Stollhamm Gaby Baginsky hat ihm eine persönliche Widmung hinterlassen, Roland Kaiser nach einem Auftritt bei der Norwo 1979 seinen Namen auf eine Autogrammkarte gekritzelt. Er hat Truck Stop getroffen, Baccara, die Goombay Dance Band und Ireen Sheer. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Man sollte Peter Diekelmann nicht danach fragen, welche Schlagerstars und Pop-Sternchen er in seinem bewegten Leben als Disc Jockey schon alles getroffen hat. „Grandpa Piet“ grinst: „Frag mich lieber, wen ich nicht getroffen habe“, rät der 70-Jährige, „das geht schneller“. Angefangen hat alles in Bremerhaven – am 27. März 1967.

Peter Diekelmann wurde in Nordenham geboren, sein Vater war Seemann. Der Filius beschloss, in die Fußstapfen seines alten Herren zu treten. Direkt nach dem Schulabschluss im Jahr 1959 begann Peter Diekelmann bei der Norddeutschen Hochseefischerei eine Ausbildung zum Schiffskoch. Allzu lange sollte der junge Mann der Seefahrt nicht treu bleiben. Doch ehe er abmusterte und nach einigen Umwegen 1969 bei Felten einen Job fand, kam es zu einem Ereignis, das Peter Diekelmanns Leben grundlegend verändern sollte.

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Wenn ihr Schiff Aufliegezeit hatte, besuchten er und seine Kollegen gerne das Haus Rohn in Bremerhaven, ein typischer Tanzschuppen der damaligen Zeit. Als nach einem Verkehrsunfall der DJ ausfiel und der Betreiber Ersatz suchte, war es Peter Diekelmann, der sich meldete. „Am 27. März 1967 hab ich bei Rohn meine erste Scheibe aufgelegt – mit zitterigen Fingern“, erinnert sich der Stollhammer mehr als 48 Jahre später. Es war „Okay“ von Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich. Und die Nummer spielt er heute noch gerne.

Peter Diekelmann wechselte bald ins Café Europa an der Ecke Hafenstraße und Friedrich-Ebert-Straße in Nordenham. Mit Gips und Spiegelscherben verzierte er die Wände, damit echtes Tanzschuppen-Flair aufkam. Ähnlich kreativ war Peter Diekelmann, als er später für seine rollende Disco die ersten Scheinwerfer selbst zusammenbastelte. Im Tiffany in der Müllerstraße, das damals noch Tanz-Café Union hieß, installierte er die erste Fußbodenbeleuchtung.

Mit seiner rollenden Disco ging Peter Diekelmann ab 1969 auf Tour. Von Helgoland bis Koblenz hat er überall aufgelegt, wo Party angesagt war. Die Region war ohnehin sein Revier: In den 70er und 80er Jahren ging – davon zeugen unzählige Zeitungsausschnitte – in der Gegend kaum eine Tanzveranstaltung über die Bühne, bei der nicht Peter Diekelmann als DJ dabei war. Und weil es damals noch Stars zum Anfassen gab, die nicht nur in großen Hallen auftraten, sondern sich durchaus auch mal in ein Festzelt verirrten, lernte Peter Diekelmann sie allesamt kennen.

Als DJ Musik aufzulegen, das ist eine Sache, selber Musik zu machen, ist eine andere. Diekelmann hatte Blut geleckt, nachdem ihn 1987 der Shantychor Butjenter Blinkfüer schanghait hatte. 1999 schlug die Geburtsstunde von Rocco – das ist der Künstlername, unter dem Peter Diekelmann selbst geschriebene Songs vornehmlich aus dem Bereich Schlager zum Besten gibt. Und seit vier Jahren ist er mit The Scampis unterwegs, einer Band, die „alles quer durch den Garten“ spielt.

Und dann ist da natürlich noch der Radio-Moderator Peter Diekelmann. Im Bürgerrundfunk Radio Weser.TV hat er die Mitgliedsnummer 001, war ergo der allerste Nutzer. An jedem Werktag sendet er von 6 bis 10 Uhr, holt sich Talk-Gäste in sein privates Studio in Stollhamm, erfüllt Musikwünsche – von denen angesichts eines drei Terabyte umfassenden und bis in die 30er Jahre zurückreichenden digitalen Musikarchivs keiner unerfüllt bleibt.

Die Diekelmannsche Disco rollt derweil noch immer – inzwischen aber unter dem Namen „The Power of Granda Piet“. Woher der rührt? Das kann Peter Diekelmann leicht erklären: „Ich bin dreifacher Opa“, sagt er, „und ich hab noch Dampf ohne Ende“.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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