Golzwarden Weltweit wird es kommendes Jahr Veranstaltungen zum 300. Todestag von Arp Schnitger (1648-1719) geben, weiß Helmut Bahlmann. So werde etwa der Deutschlandfunk am 28. Juli, dem Tag seiner Beisetzung in Hamburg-Neuenfelde, weltweit Orgelmusik, Kommentare und Features senden.

Der stellvertretende Vorsitzende der Arp Schnitger Gesellschaft (ASG) arbeitet aber auch daran, dass die Welt die Wurzeln des berühmten Orgelbauers aus Schmalenfleth kennenlernt: In dessen Taufkirche, in Brake und in der ganzen Region soll es eine Vielzahl an Veranstaltungen geben. Organisiert werden die von der in Golzwarden ansässigen ASG und vor allem von Helmut Bahlmann. Sein Ziel: „Arp Schnitger als den Orgelbauer für Norddeutschland so bekannt zu machen wie Gottfried Silbermann für den Freistaat Sachsen.“

Gelingen soll das durch Publikationen, Konzerte und Ausstellungen. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur ist dabei mit im Boot. An der Gewinnung weiterer Unterstützer arbeitet er. Eine eigene Internetseite wird rechtzeitig online gestellt.

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Sieben Projekte sind in Arbeit. Durch sie sollen Öffentlichkeit, aber auch Fachleute mehr über den Orgelbauer und seine Werke erfahren, jungen Musikern soll es ermöglicht werden, dessen Instrumente zu spielen.

Projekt 1

Im Februar soll die Broschüre „Arp Schnitger in seiner Zeit“ erscheinen. In der rund 36-seitigen Broschüre wird Schnitgers Leben mit Daten aus Bereichen wie Naturwissenschaften, Erfindungen und anderen verknüpft. Der Leser wird dabei berühmten Zeitgenossen wie Isaac Newton oder Gottfried Wilhelm Leipzig begegnen. „Arp Schnitger soll 300 Jahre nach seinem Tod als interessanter Mensch in einer interessanten Zeit wahrgenommen werden“, erläutert Bahlmann den Ansatz. 10.000 kostenfreie Exemplare sollen über Bildungseinrichtungen, Touristikbüros, Kirchengemeinden und Vereine verteilt werden.

Projekt 2

„Schnitger meets Buxtehude“ ist Titel einer überregionalen Veranstaltungsreihe im Juli. Der Orgelbauer trifft dabei den Orgelkomponisten. Damit werden laut Bahlmann zwei Ziele verfolgt: „Schnitger-Orgeln sollen in seinem Todesmonat überall erklingen.“ Und: „Begabte Kirchenmusiker aus aller Welt sollen erkennen, welch kulturhistorischen Wert die Instrumente haben.“

Es sollen Professoren und Schüler von Orgelklassen aus Europa, Nordamerika und Asien gewonnen werden. Die kostenfreien Konzerte finden zwischen dem 5. und 27. Juli an neun Orten statt, darunter Langwarden (12. Juli), Dedesdorf (14. Juli) und Ganderkesee (19. Juli).

Projekt 3

Das Schnitgerjahr ist auch Anlass, die „Orgelstraßen“ zu vervollständigen. Das für ASG und Organeum in Weener entwickelte Konzept besteht aus sieben Teilen im Bereich der niedersächsischen Küsten- und Marschengebieten. Hier sind alle erhaltenen niedersächsischen Schnitger-Orgeln zu finden. In Zusammenarbeit mit der „Stichting Groningen Orgelland“ sollen weitere Orgelstraßen in der Provinz Groningen erarbeitet werden.

Projekt 4

Eine Wanderausstellung soll Leben und Wirken des Orgelbauers allgemeinverständlich präsentieren. Sie soll zunächst in Kirchen mit Schnitger-Orgeln gezeigt werden, später in ganz Norddeutschland. Eröffnet werden soll die Ausstellung beim Festakt zum Schnitger-Jahr. Der findet am 6. Juli in der Golzwarder Kirche statt. Bischof Thomas Adomeit und Landtags-Vizepräsidentin Meta Janssen-Kucz als Schirmherrin der Arp Schnitger Gesellschaft haben laut Bahlmann bereits zugesagt. Für den musikalischen Rahmen werde der Oldenburger Kammerchor sorgen.

Projekt 5

Stipendien: Studierende der Kirchenmusik werden eingeladen, Forschungsarbeiten zu erstellen. Damit soll der kirchenmusikalische Nachwuchs an die Schnitger-Orgeln herangeführt werden.

Projekt 6

Reinhard Ruge hat von den Anfängen der Orgel in der Ludgeri-Kirche Norden 1568 bis zu deren Restaurierung 1985 viel Material zusammengetragen. Das soll im Jubiläumsjahr in einer Auflage von 500 Exemplaren in Buchform veröffentlicht werden.

Projekt 7

Vom 12. bis 15. September lädt die ASG in Zusammenarbeit mit der Stadt Brake zu einem internationalen Orgelbauersymposium ein. Bahlmann rechnet mit 40 bis 50 Teilnehmern aus aller Welt. für die er ein Programm mit Vorträgen, Konzerten und Exkursionen zusammenstellt.

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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