NORDENHAM NORDENHAM - Musikfreunde kamen am Sonnabendabend in der Jahnhalle mal wieder voll auf ihre Kosten. Vor gut 150 Besuchern präsentierte der deutsche Ausnahmegitarrist Dennis Hormes zusammen mit seiner Bluesband sein aktuelles Programm. Als Vorband trat die norddeutsche „Ramblin’ Blues Band“ auf.

Das Quintett aus Bremerhaven servierte Hausmannskost auf hohem Niveau. Sänger Rolf Schmidt mit seiner tiefen Stimme erschien stilecht im schwarzen Anzug und mit Sonnenbrille, die beiden Gitarristen Ralf Petersen und Hanno Bonßdorf zelebrierten ihre unzähligen Solopassagen inbrünstig und mit geschlossenen Augen, während Schlagzeuger Jürgen Thomas und Bassist Micky Schmidt die solide rhythmische Basis bildeten. Das Repertoire der Band bestand aus vielen eigenen Songs, die zwischen Bluesrock und Rhythm’n’Blues angesiedelt waren. Kurzum, die „Ramblin’ Bluesband“ bot musikalisch nichts Neues, erinnerte aber mit ihrem Programm an glorreiche Blues-Zeiten.

Dann betrat die „Dennis Hormes Bluesband“ die Bühne. Das Trio (Schlagzeug, Bass, Gitarre) überraschte zunächst durch sein Outfit, das eher an Punk oder Rock erinnerte. Auch musikalisch schlug die Gruppe um den Frontmann Dennis Hormes neue und vor allem härtere Töne an. Die Band spielte modernen Bluesrock mit Einflüssen aus verschiedenen anderen Musikrichtungen wie zum Beispiel Funk. Dass Dennis Hormes ein außergewöhnlicher Gitarrist ist, zeigte er ebenfalls schon nach wenigen Takten. Mit frappierender Technik entlockte er seiner Gitarre Töne, die viele anwesende Gitarristen in Staunen versetzten. Sein Stil ist offensichtlich geprägt von Altmeistern wie Jimi Hendrix und Stevie Ray Vaughn, aber auch der Einfluss der großen Sologitarristen der neueren Zeit wie etwa Steve Vai oder Joey Satriani dürfte erheblich gewesen sein.

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Trotz unbestreitbarer Virtuosität verfing Hormes sich nicht in halsbrecherischen Solopassagen, sondern gab stets eine durchdachte Melodieführung zu erkennen, seine Gitarre sang förmlich. Zusammen mit seiner stadionrock-tauglichen Stimme und eingängigen Riffs, auf die er immer wieder zurückgriff, waren einige seiner Songs wie „Hold On“ oder „They don’t know“ durchaus hitverdächtig. Schlagzeuger Jerome Lellouche und Bassist Martin Zijaja unterstützen den jungen Meister dabei hervorragend, zeigten darüber hinaus in ausgedehnten Alleingängen, dass sie ihre Instrumente ähnlich virtuos beherrschen.

Ohne Übertreibung kann gesagt werden, dass Dennis Hormes den Blues ins 21. Jahrhundert führt. Selten hat jemand Jimi-Hendrix-Klassikern wie „Purple Haze“ so originell und mitreißend Leben eingehaucht. Selten klangen Bluesrocksongs so neu und frisch wie an diesem Abend. Beide Bands hätten aber auf jeden Fall mehr Zuschauer verdient gehabt.

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