Ruhwarden Auf Entdeckungsreise können jetzt die Besucher der Galerie am Wehlhamm in Ruhwarden gehen. Zu sehen ist dort eine Bildserie mit dem Titel „2000plus – Dreizehn Tausendstel einer Zeit“. Die Kompositionen des Künstlers Klaus Trolldenier fordern dazu auf, in ihren vielen Einzelheiten enträtselt zu werden.

Die Werke des Ehemannes von Galeristin Silke Trolldenier entstanden in den Jahren 2001 bis 2013. „Die Bilder von Klaus Trolldenier entschließen sich dem Betrachten erst auf den zweiten und dritten Blick. Man muss sich deshalb Zeit lassen“, rät Reinhard Rakow. Der mit dem Ruhwarder Ehepaar befreundete Maler und Schriftsteller führte die Besucher der Vernissage lehrreich und humorvoll in die Ausstellung ein.

Ein 2006, im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, entstandenes Werk zeigt eine sonnenbeschienene Wiese, in der Klaus Trolldenier ätzende Gesellschaftskritik in ein lieblich buntes Tableau eingefügt hat. „2006 – das Jahr des Besuchs von Papst Benedikt in seiner bayrischen Heimat – kehrt in der verfremdeten Distanz des Malers wieder als vielschichtige surreale Melange aus Realitätsfetzen, Symbolen und Ikonen zurück“, sagte Reinhard Rakow. Eigentlich seien das „Wimmelbilder“, denn erst beim genauen Betrachten offenbare sich die hohe Dichte, die Vielzahl an fabelartigen Erzählungen und die verschlungenen Pfade, die sie verbinden, betonte er.

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Der Ingenieur in Klaus Trolldenier erkläre seinen Hang zur Penibilität und seine Affinität zu Gebäuden und anderen Versatzstücken aus der Architektur. An der Universität Oldenburg nahm der heute 75-Jährige an Vorlesungen zur Kunstgeschichte teil und hat sich intensiv mit christlicher Symbolik beschäftigt: „Das erklärt so manches malerische Zitat und seine Sensibilität gegenüber politischer, ideologischer, religiöser Manipulation und gesellschaftlichen Missständen“, betonte Reinhard Rakow.

Der Maler Klaus Trolldenier erweise sich als scharfer Beobachter seiner Zeit. Die Gier nach Geld, die Ausbeutung Schwacher, die Lust an der Umweltzerstörung und Kriegsführung hat er zum Thema seiner Bilder gemacht.

Seine Idee, Jahre zu kommentieren, aktuell oder rückblickend, gelinge ihm auch in seinem 2001 entstandenem Werk „102 Minuten, die die Welt änderten“, das den Terrorakt auf das Word-Trade-Center zeigt oder in seinem Bild von 2006 „Deutsches Spielfeld“, in dem er Kirche und/oder Konsum zum Thema macht.

„Sein mit feinem Gespür für Farbklänge, figürliche Gestaltung und souveräne Raumgliederung gesetzter Reigen erzählt fast ausnahmslos zeitgeschichtliche Begebenheiten, oft metaphorisch gebrochen oder bis zur ätzenden Kritik pointiert“, sagte Reinhard Rakow.

Die Ausstellung ist bis zum 11. Mai jeweils mittwochs, donnerstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr zu sehen.

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