Nordenham Whisky trinken ist das eine, Whisky genießen aber etwas ganz Anderes. Wie wär’s mit einem 10 Jahre alten Bruichladdich? In der Nase erinnert er an reife Banane mit Honig und Schokoladensoße, überreife Früchte und Lebkuchen. Am Gaumen wirkt er süß-salzig nach Lakritze und Marzipan. Im Abgang lang und wärmend. „Lass doch mal riechen.“ „Lass mich mal kosten.“ „Ach, bring‘ mir auch einen mit.“ Samstagabend musste niemand einen langen Hals machen, wenn ihm im Mund die Spucke zusammenlief nach einem der „Finest Scottish Single Malts“ aus der exklusiven, bestens sortierten Whisky-Sammlung von Oliver Morawietz.

Mächtiger Sturm

Der Whisky-Enthusiast pflegt und genießt seit 22 Jahren sein Hobby. Damals hatte er während eines Zelturlaubs von Newcastle aus zum ersten Mal die Highland-Park-Brennerei in Kirkwall auf der Orkney-Insel Mainland kennengelernt. Der Sturm pfiff mächtig. Und doch – oder vielleicht auch deshalb – war es ein Erlebnis ohnegleichen.

Seither sind Reisen ins Schottische für ihn ein Muss. Für Samstagabend hatte Oliver Morawietz mit seinem Freund Georg Vorwerk zum Nordenhamer Whisky-Festival in den Güterschuppen eingeladen. Es war bereits die fünfte Auflage ihrer Verkostung der ganz besonderen Art – und wieder waren alle Eintrittskarten ad hoc verkauft.

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Es war ein altersgemischtes Kenner-Publikum. Es zeigte sich einmal mehr, dass die Liebe zu Whisky beileibe nicht nur Männersache ist. Selbst aus Düsseldorf, Essen, Hamburg und Bremen reisten Gäste an. Oliver Morawietz spricht wie selbstverständlich von „Stammgästen“.

Im Hintergrund spielte die Nordenhamer Gruppe Ceol Agus Craic lebendigen Irish Folk. Wer mochte, konnte sich ein zünftiges Pint of Guinness zapfen lassen. Doch eigentlich war Whisky-Time: Eine Landkarte an der Wand mit „Scotland’s Distilleries“ in einem Meer kleiner Ortschaften gab ersten Überblick. Auf dem Tresen standen mehrere Dutzend Flaschen, in einem Regal an der Wand weitere, noch gut verpackt im Karton.

Zum Auftakt „Ankosten“

Schon um 19 Uhr hatten sich die Türen des Theater Fatale zum „Ankosten“ geöffnet. Als anderthalb Stunden später Gunda Voller (Akkordeon), Tina Thümler (Gesang, Flöte), Margret Janssen (Flöte, Bass), Rainer Torkel (Gesang, Gitarre) und Lothar Schlesies (Gitarre, Banjo, Gesang) die Bühne betraten, waren beste Laune und ungezwungenes Brabbeln längst eingekehrt.

Mehr als 70 verschiedene Sorten Whisky hatte Oliver Morawietz mitgebracht – darunter Spezialitäten, die es selten noch zu kaufen gibt. Dabei war es für ihn eine Herzensangelegenheit, auch zu beraten, von Tisch zu Tisch zu gehen, aufmerksam und bewusst zu machen, Geschmack in Worte zu fassen.

Denn, so der Kenner, der inzwischen in ganz Deutschland Vorträge hält, Seminare gibt und auf Messen präsent ist, „die Gaumenvielfalt ist beim Whisky noch wesentlich reicher als beim Wein. Die Möglichkeiten, bei den Zutaten und im Reifungsprozess zu variieren, sind schier unendlich. Es gibt immer wieder neue Nuancen, viele wunderbare, natürlich aber auch so manche enttäuschende. Das Gespür für Sinnlichkeit aber haben Whisky- und Weinliebhaber dann wieder gemein.“

Für den Einstieg in den gemütlichen Abend empfahl Oliver Morawietz zunächst ein leichtes Destillat. Erst später dann solle man sich aromatisch steigern.

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