Friedrich-August-Hütte Die Proben haben vor ziemlich genau einem Jahr begonnen. Kein Wunder, dass die Jugendlichen darauf brennen, endlich vor Publikum zu spielen. Und davon werden sie reichlich haben, wenn sich an diesem Freitag, 6. September, im Kasino-Friedrich-August-Hütte der Vorhang für die Jugendtheatergruppe der Niederdeutschen Bühne Nordenham, Tusculum, öffnet. Die Premiere des neuen Stücks „Frühlings Erwachen“ ist ausverkauft.

Autor Frank Wedekind hatte seinem Stück den Untertitel „Eine Kindertragödie“ gegeben. Das Publikum bekommt also keine leichte Kost geboten. Das Original spielt in der Zeit des Wilhelminischen Kaiserreichs. Es geht um den Selbstmord eines Schülers, der unter dem Druck von Schule und Eltern zusammenbricht. Und es geht um die erwachende sexuelle Neugier in der Pubertät. Ende des 19. Jahrhunderts war das ein hochbrisanter Stoff. Das gesellschaftskritisch-satirische Drama wurde 1891 veröffentlicht und 1906 uraufgeführt.

Sechs Aufführungen sind im Kasino Friedrich-August-Hütte geplant. Nach der bereits ausverkauften Premiere am Freitag, 6. September ab 19 Uhr, gibt es drei Termine für Schulen – und zwar am Montag, Dienstag und Mittwoch, 9., 10. und 11. September, jeweils ab 19.30 Uhr. Für Donnerstag und Samstag, 12. und 14. September, sind noch zwei öffentliche Aufführungen geplant. Beginn ist ebenfalls jeweils um 19.30 Uhr. Karten für die öffentlichen Aufführungen gibt es in der Nordenhamer Buchhandlung von Bestenbostel an der Marktpassage 2. Karten für die Schulaufführungen können ausschließlich unter der Telefonnummer  04731/8694696 oder per E-Mail an info@ndb-nordenham.de gebucht werden. Eine Karte kostet 5 Euro.

Mitwirkende auf der Bühne: Die Darsteller sind Katja Kramer, Lasse Kramer, Melanie Müller, Bettina Müller, Luca Tom Goltz, Luca Priebe, Eske Seyfarth, Lisa Lauschner, Malte Wallrath, Tineke Mememga, Alexander Kuntze, Daniel Gepting, Eric Stöver, Kevin Heimbucher und Kyra Eilers.

Hinter den Kulisen: Regie: Leon Nungesser; Regieassistenz: Vanessa Harfst; Souffleuse: Kijana Kühn; Bühnenbau: Georg Modersitzki, Werner Scholz, Heiko Cordes und Karl-Heinz Winter; Technik: Maiko Pump; Maske: Rabea Friedrichs und Dilan Dogan, Plattdeutsch-Patin: Ulli Schumann.

Regisseur Leon Nungesser hat sich zwar stark am Original orientiert, aber er hat die Handlung in die Gegenwart verlegt. Die Jugendlichen in dem Stück sprechen eine Art Plattdeutsch-Slang. Die Übersetzung hat einmal mehr der Braker Heino Buerhoop übernommen. Die Erwachsenen sprechen Hochdeutsch. Bühnenbild und Kostüme sind gänzlich in schwarz-weiß gehalten. Leon Nungesser ist davon überzeugt, dass das Stück auch mehr als 100 Jahre später noch viele aktuelle Bezüge enthält – „auch wenn sich in Sachen Sexualmoral und Schulpädagogik vieles zum Besseren gewendet hat“.

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Das Stück verlangt den Darstellern einiges ab. 15 junge Leute im Alter von 13 bis 24 Jahren spielen mit. Voraussetzung, um mitspielen zu können, war es, dass jeder Einzelne das Original liest. Darüber hinaus hat Leon Nungesser die Darsteller immer wieder zur Selbstreflexion über die Themen Freundschaft, Liebe und Schuldruck und zum Austausch von Erfahrungen ermuntert. „Das Ergebnis hatte auch Auswirkungen auf die Verteilung der Rollen“, erzählt der 23-Jährige. Für ihn ist Reflexion das Wichtigste im Probenprozess. „Es hilft, um sich besser in die Rolle hineindenken zu können.“

Leon Nungesser ist seit 2012 Mitglied bei den Plattdüütschen. Das Stück „Frühlingserwachen“ ist für den Nordenhamer, der in Hildesheim Szenische Künste studiert, kein Neuland. Vor sieben Jahren war er Darsteller, als die Theater-AG der Oberschule I das Drama aufführte. Der Regisseur war damals Lehrer Torsten Lange, der jetzt Vorsitzender bei den Plattdüütschen ist. Tusculum ist die Jugendgruppe der Niederdeutschen Bühne Nordenham. Sie sucht immer wieder neue Mitspieler im Alter von 12 bis 20 Jahren. Plattdeutsch-Kenntnisse und Theater-Erfahrungen werden nicht erwartet

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Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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