Friedrich-August-Hütte „Tusculum“ – so nennen sich die „jungen Wilden“ der Niederdeutschen Bühne (NDB Nordenham). Für ihr neues Stück, mit dem sie im Kasino in der Johanna-Straße Premiere feierten und für das sie lautstarken Applaus ernteten, wählten sie zwar den im deutschen Sprachraum wohl meistgespielten Komödien-Klassiker „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt aus. Doch sie spielten ihn up Platt als „De Physiker“ in einer Fassung des Brakers Heino Buerhoop. Und sie inszenierten ihn prickelnd spritzig, wortgewaltig und turbulent.

Selbsterfahrung

Theater sei eine ständige Herausforderung, erzählt Regisseur Leon Nungesser. Und Experimentierraum für „seine“ Nachwuchs-Mimen zwischen 12 und 20 Jahren. „Sie experimentieren mit der Sprache und sie lernen ihren Körper einzusetzen.“

Theaterarbeit heiße nicht nur, Texte auswendig zu lernen. Theater bedeute Selbsterfahrung: Wie verhalte ich mich? Wo fühle ich mich wohl? Wo sind meine Grenzen? Der 22-Jährige spricht aus eigenem Erleben, denn er selbst entdeckte 2012 als Schüler in einer Arbeitsgemeinschaft der Oberschule I unter Leitung seines heutigen „Theater-Direktors“ Torsten Lange, dem Vorsitzenden der NDB Nordenham, seine Leidenschaft für Bühnenarbeit.

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Heute studiert Leon Nungesser „Szenische Künste“ in Hildesheim und hat dort just sein drittes Semester abgeschlossen. Seit Februar letzten Jahres leitet er die Proben der Jugendgruppe Tusculum.

Für die Theater-Proben für „De Physiker“, die im August begannen, reiste er extra Woche für Woche aus Hildesheim an. „Respekt“, sagt Torsten Lange. Es sei keine Selbstverständlichkeit und beweise „ein riesiges Engagement“.

Als Student ist Leon Nungesser natürlich ebenso offen für junges und frisches Theater wie seine Theatergruppe, die just einen Generationswechsel durchlebte. Viele der neun jungen Schauspieler stehen für „De Physiker“ zum ersten Mal auf der Bühne.

Kern seiner Regiearbeit, so der 22-Jährige, sei nicht, Szenen und Verhalten vorzugeben. „Denn jeder hat ja seine ganz eigenen Erfahrungen und Vorstellungen. Wir setzen uns vielmehr zusammen und diskutieren. Ich gebe natürlich viele Tipps. Doch damit verbinde ich keineswegs, dass ich das auch so haben will.“

Herausgekommen ist eine groteske Inszenierung, die Dürrenmatt durchaus begeistern könnte. Eine Inszenierung, in der es weder an Slapsticks noch an ungewöhnlichen Elementen fehlt: Laute Rockmusik und Beamer-Einblendungen beispielsweise, Nebelkanone und Bauzäune, um dem Gefühl der „geschlossenen Anstalt“, in der die drei Patienten Möbius, Einstein und Newton untergebracht sind, Nachdruck zu verleihen. Auch eine e Bühnenrückwand aus glitzernder Silberfolie oder ein als Zimmer-Bar umfunktionierter Holzkasten, der am Seil von der Decke herabgelassen wird, gehören dazu.

Kein Gong-Signal

Dazu passt: Bevor sich der Theatervorhang öffnet, ertönen nicht etwa die drei obligatorischen Gongs. Aus den Lautsprechern dröhnt vielmehr die Anweisung: „Alle Patienten haben sich umgehend zu ihren Plätzen zu begeben!“

Bei den insgesamt sechs Aufführungen der Jugendgruppe der NDB Nordenham Tusculum im Kasino FAH stehen Eric Stöver, Lasse Kramer, Alexander Kuntze, Melanie Müller, Katja Kramer, Bettina Müller, Kyra Eilers, Fenja Kloppenburg und Lilja Baake auf der Bühne.

Für die Technik ist Chris von Münster zuständig. Um den Bühnenbau kümmerten sich Georg Modersitzki, Werner Scholz, Heiko Cordes und Karl Heinz Winter.

Petra Wilks, Chiara Bramenti, Lena Mühlan und Rabea Friedrichs übernehmen das Maskenbild. Die Regieassistenz haben Vanessa Harfst und Melissa Peters. Kostüme und Requisiten wurden von Mitgliedern der jungen Gruppe eigenständig organisiert.

 Während an diesem Montag, 23. April, sowie am Mittwoch und Donnerstag drei Aufführungen für Schulklassen geplant sind, gibt es am kommenden Samstag noch einen weiteren, letzten Termin für Jedermann. Einlass ist dann um 18 Uhr, Beginn um 19 Uhr. Karten gibt es in der Buchhandlung von Bestenbostel und an der Abendkasse für vier Euro.

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