Friedrich-August-Hütte Informativ, unterhaltsam, kritisch, vielleicht auch ein bisschen versöhnlich – am Donnerstagabend feierte das Theaterprojekt „Alma Rogge – eine Annäherung“ der Niederdeutschen Bühne Nordenham eine gelungene Premiere. Alle 100 Plätze im Kasino Friedrich-August-Hütte waren besetzt, und damit war die Vorstellung ausverkauft.

Wer sich zuvor noch nicht mit Alma Rogge beschäftigt hatte, bekam einen guten Einblick in das Leben und Wirken der Heimatdichterin, die 1894 in Brunswarden bei Rodenkirchen geboren wurde und in der Wesermarsch aufwuchs. Aber auch diejenigen, für die Alma Rogge keine Unbekannte war, erfuhren einiges Neues über die Gefühle der Schriftstellerin und die Schwierigkeiten, mit denen sie in ihrem Leben zu kämpfen hatte.

Die Mitwirkenden

Auf der Bühne wirkten mit: Luca Tom Goltz als Knecht, Gudrun Günterberg als Hanna Wisser-Thimig, Jane Kleidon als Alma Rogge, Lasse Kramer als Knecht, Bettina Müller als Magd, Melanie Müller als Magd, Luca Priebe in der Rolle des Regieassistenten, Udo Rohde als Knecht, Melanie Ruprecht als Auguste Rogge, Eric Stöver in der Rolle des Regiseurs, Rolf Warnke als August Rogge und Heidrun Winter als sie selbst.

Hinter den Kulissen wirkten mit: die Regisseure Kathrin Busch und Leon Nungesser, als Souffleuse Vanessa Harfst, im Bühnenbau Georg Modersitzki, Werner Scholz, Heiko Kordes, Karl-Heinz Winter, in der Technik Chris von Münster, Kevin Heimbucher und Maiko Plump und in der Maske Petra Wilks, Rabea Friedrichs, Lena Mühlan und Chiara Bramanti.

Weitere Aufführungen im Kasino gibt es an diesem Samstag, 9. Februar, 15.30 Uhr; am Sonntag, 10. Februar, 15.30 Uhr; am Mittwoch, 13. Februar, 19.30 Uhr; am Donnerstag, 14. Februar, 19.30 Uhr; Freitag, 15. Februar, 19.30 Uhr und am Samstag, 16. Februar, 15.30 Uhr. Karten gibt es an der Tages- und Abendkasse im Kasino (ab jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn) und bei Nordenham Marketing und Touristik am Marktplatz unter Telefon  04731/93640.

Da war zum Beispiel der Tod ihres geliebten Bruders Heinrich, der den elterlichen Hof hätte übernehmen sollen, wäre er nicht im Ersten Weltkrieg gefallen – einen Tag vor dem Waffenstillstand. Mit dem Hof hätte er Alma, die dort bei ihrem Bruder leben wollte, eine sichere Zukunft bieten können. Zum anderen waren da auch die Gefühle für ihre beste Freundin Hanna Wisser, der Tochter des Gymnasiallehrers Wilhelm Wisser.

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Auf einer zweiten Ebene, einem „Stück im Stück“, zeigte das Ensemble, wie sich Schauspieler der Materie des neuen Stücks und seinen Charakteren nähern. In diesen Szenen war für sie Hanna Wisser-Thimig eine wichtige Quelle. Sie erzählte von gemeinsamen Erlebnissen mit der Schriftstellerin, von kleinen Gedichten, die Alma Rogge ihr auf das Kissen legte und spricht von ihr dennoch immer nur als ihre beste Freundin. Während in Gedichten und Tagebucheinträgen Alma Rogges deutlich wurde, dass die Gefühle der Schriftstellerin für ihre Freundin Hanna noch viel tiefer gewesen seien müssen.

Auch die mögliche Nazivergangenheit der Schriftstellerin verschwiegen die Schauspieler nicht. In einer lebhaften Diskussion nannten sie Fakten und führten Zitate auf, die kein gutes Licht auf die Heimatdichterin werfen, wiesen jedoch auch darauf hin, dass „vieles einfach Pflicht war“ im Nazi-Regime, und sie warfen die Frage auf, in wieweit sich Alma Rogge durch ihre Aussagen selbst schützen wollte, angesichts der Verfolgung von Homosexuellen unter der Herrschaft der Nationalsozialisten. Auch zählten die Schauspieler einige jüdische Freunde der Heimatdichterin auf. Ein abschließendes Urteil müssen die Zuschauer selbst fällen.

Neben den ernsten Passagen wartet das Theaterprojekt der Niederdeutschen Bühne auch mit den für niederdeutsche Komödien typischen lustigen Elementen auf. So ernteten zum Beispiel die kleinen Liebeleien und Neckereien der Mägde und Knechte am Donnerstagabend immer wieder Gelächter und Applaus.

Zum Schluss der Vorstellung verfiel das Publikum so lange in rhythmisches Klatschen bis das Ensemble und die hinter den Kulissen Beteiligten ein zweites Mal auf die Bühne kamen, wo sie erneut mit lautem Beifall gefeiert wurden. Zuschauerin Franziska Schön hat das Stück sehr gut gefallen: „Es gab tolle Überraschungsmomente. Die Schauspieler haben mir gut gefallen. Und es regt zum Nachdenken an.“ Auch Premierengast Katja Kramer war begeistert: „Es war mal eine ganz andere Inszenierung, eine interessante Perspektive. Ganz empfehlenswert!“

Merle Ullrich Brake / Redaktion Brake
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