GANSPE TV und PC machen Kinder dumm. Meint die Kommunikationswissenschaftlerin.

von Silke Arndt GANSPE - „Welche negativen Auswirkungen hat übermäßiger Medienkonsum auf meine Kinder und wie kann ich sie davor schützen?“ Diese Frage beantwortete die Kommunikationswissenschaftlerin Theresia Maria de Jong am Dienstag im Gasthof „Zur alten Schänke“ in Ganspe. Eingeladen zu dem Vortrag hatte der Landfrauenverein Berne-Stedingen.

Die zweifache Mutter, die in Los Angeles Journalismus studiert hat, stellte zunächst zehn Thesen zum Thema TV-und PC-Konsum auf: 1. Fernsehen und Computer machen Kinder dumm; 2. Fernsehen macht unruhig; 3. Fernsehen kann Angst machen; 4. Fernsehen lässt Menschen abstumpfen; 5. Fernsehen macht traurig; 6. Fernsehen hemmt die Kreativität; 7. Fernsehen verändert Werte und Einstellungen; 8. Fernsehen macht krank; 9. Fernsehen macht aggressiv und 10. Fernsehen und Computerspiele machen süchtig.

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Nach dem „Thesen-Anschlag“ erläuterte sie ihre Kritik. So dürften Eltern, die glaubten, dass sich ihre Kinder langweilten, nicht sofort den Fernseher anschalten: „Langeweile ist eine Vorstufe zur Kreativität. Die kreative Entwicklung wird durch den Fernseher eingeschränkt.“

Auch die Entwicklung des kindlichen Gehirns werde vom Fernsehen gehemmt, da dieses nicht beansprucht werde. Dies führe zu einer langsamen psychischen Entwicklung, welche sich auch in den schulischen Leistungen niederschlage. „Wenn sich Kinder direkt nach der Schule vor den Fernseher setzen, können sie sich die Sachen, die in der Schule behandelt wurden, schwerer merken.“

Überdies könne vermehrter TV-Konsum zu Krankheiten wie Kopfschmerzen, Augenschmerzen, Kurzsichtigkeit, in Extremfällen sogar Epilepsie und Migräne führen: „Da die Gewaltdarstellungen immer detaillierter und brutaler werden, sinkt die Hemmschwelle, selbst Gewalt anzuwenden“ Forschungen von Neurologen bestätigten diese Befunde. Die hätten herausgefunden, dass im Gehirn die gleichen Prozesse ablaufen, wenn man ein Ereignis im TV sieht, als wenn man es selbst erleben würde.

De Jong sparte jedoch nicht mit Tipps: „Wie viel Zeit die Kinder vor dem Fernseher und Computer verbringen sollten, hängt vom Alter ab.“ So dürften Kinder unter drei überhaupt keinen Kontakt zu TV und PC haben. Sind sie zwischen drei und fünf Jahre alt, hält sie maximal 30 TV-Minuten für angemessen, Fünf- bis Siebenjährige sollten nicht mehr als 45 Minuten, Acht- bis Zehnjährige nicht länger als eine Stunde, Zehn- bis Zwölfjährige nicht mehr als 90 Minuten, Zwölf- bis 14-Jährige nicht länger als 100 Minuten und ab 14 Jahren sollte man nicht mehr als zwei Stunden täglich vor dem „Großen Erzieher“ sitzen – „abgesehen von Ausnahmen.“

Große Bedeutung habe natürlich auch das, was die Kleinen gucken – schließlich liefen im Kinderprogramm oftmals Serien, die nur für ältere Kinder geeignet seien. „Sie sollten daher für Ihre Kinder einige altersgerechte Serien aufnehmen.“ Wichtig: „Eltern müssen ihre Kinder zum Spielen an der frischen Luft und zu kreativen Tätigkeiten animieren.“

Nicht zu vergessen, dass auch die Erwachsenen ihren TV-Konsum beobachten sollten. „Stellen Sie einen Wochenplan auf, in den sie die Fernsehstunden für jeden Tag eintragen. So können sie feststellen, wie sich ihr Leben am Programm orientiert.“

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