Nordenham Hermann Borchers ist ein experimentierfreudiger Mensch. Und er philosophiert gerne. Gute Gespräche sind eine Art Lebenselixier für den 85-Jährigen. Gelegenheiten dazu wird es an diesem Sonnabend reichlich geben. Um 17 Uhr eröffnet der Nordenhamer Kunstverein in seinen Räumen am Marktplatz eine Ausstellung mit Werken von Hermann Borchers. Sie trägt den naheliegenden Titel „Philosophie und Experimente – ein Leben lang“.

85. Geburtstag

Hermann Borchers gehört zu den bekanntesten Künstlern, die Nordenham zu bieten hat. Seit Jahrzehnten ist der ehemalige Schüler des legendären Lehrers Rudolf Matthis künstlerisch tätig. Sein Haus in Atens ist eine Art Gesamtkunstwerk. Für die ehemalige Vorsitzende des Kunstvereins Marlene Gerdes war es allerhöchste Zeit, das Werk des Nordenhamers mal wieder der Öffentlichkeit zu zeigen. Der 85. Geburtstag, den Hermann Borchers im Januar gefeiert hatte, bietet einen willkommenen Anlass dazu.

Das Arbeitsgebiet von Hermann Borchers ist vielfältig: Grundlagenforschung zum bildnerischen Gestalten, kunstpädagogische Konzeptionen und Veröffentlichungen, Kunstwerke in Wort, Kang und Bild, kinetische Objekte, Fotografie und Lichtinstallationen, Naturphilosophie und vieles mehr. Bekannt ist Hermann Borchers für sein Engagement in Sachen Stadtgestaltung. Er hatte sich an vorderster Front dafür eingesetzt, dass die Jahnhalle, die Anfang der Achtzigerjahre eigentlich einem Hochhaus weichen sollte, erhalten blieb.

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Natürliche Skulpturen

Die Ausstellung beim Kunstverein zeigt einen Querschnitt aus dem künstlerischen Schaffen des Nordenhamers, der im Jahre 1964 beginnt. Unter anderem sind Ausstellungstücke aus dem Themenbereich Treibgut zu sehen. Dabei handelt es sich um natürliche Skulpturen, die ganz eigene Geschichten erzählen. Hermann Borchers sagt, er habe sich nach dem Tod seiner Frau viel am Deich zwischen Tossens und Langwarden aufgehalten. Er sieht die Fundstücke als Grüße aus der Welt in einer Zeit der Traurigkeit. Auch die besonderen Oberflächen des Treibguts haben ihn immer fasziniert. Nur das Meer könne solche Oberflächen schaffen, mit Sandpapier sei das nicht möglich.

Auch Acrylbilder gibt es in der Ausstellung zu sehen. In ihnen wird die besondere Beziehung zur Natur deutlich, die für Hermann Borchers eine große Bedeutung hat. Distelblätter in Übergröße in Acryl verewigt: Sie sind ein Beispiel dafür, das Hermann Borchers von besonderen Formen fasziniert ist. Das gilt auch für die in der Wesermarsch typischen Kopfweiden, mit denen sich Hermann Borchers unzählige Stunden beschäftigt hat. Bleistiftzeichnungen, kinetische Objekte und Klangcollagen sind weitere Beispiele für die Experimentierfreudigkeit des Künstlers.

Marlene Gerdes wird den Einführungsvortrag bei der Vernissage halten. Bei der Vorbereitung darauf hat sie viel Unterstützung von Silke Trolldenier bekommen. Sylva Springer wird Gedichte von Hermann Borchers vortragen. Die Begrüßung der Gäste übernimmt die Kunstvereinsvorsitzende Jane Agena. Sie weist darauf hin, dass alle Veranstaltungen des Kunstvereins öffentlich sind, das gelte nicht nur für die Ausstellungen, sondern zum Beispiel auch für Fahrten. Alle Interessierten sind willkommen.

Die Hermann-Borchers-Ausstellung ist bis zum 14. Juni beim Kunstverein zu sehen. Die Räume im Alten Rathaus sind montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr, dienstags von 14 bis 16 Uhr und donnerstags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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