BRAKE Eine gelungene Mischung aus plattdeutscher und sächsischer Komik. Regisseur Armin Tacke landete mit „De Oleanderpapagei“ einen Volltreffer.

von günter kuschnik BRAKE - Wer sind denn die besseren Schauspieler, das noble Bildungsbürgertum oder die gleich Farbe bekennende Schauspielertruppe des Schmierentheaterdirektors Emanuel Striese (Norbert Pfeiffer), mag sich der Zuschauer bei der Premiere der plattdeutschen Komödie „De Oleanderpapagei“ auf der Forumsbühne des BBZ gefragt haben. Es siegte Striese, der sich treu blieb, die Familie um den Gymnasialprofessor August Menke (Franz Bittner) aber veranlasste, ihre zur Schau getragene Noblesse einmal fallen zu lassen, um sich irdischen Genüssen hinzugeben. Unter dem Deckmantel bürgerlichen Snobismus’ traten auf einmal „niedere Instinkte“ von Lust bis Wollust hervor.

Und Striese kriegt sie alle dran. Als erstes den Professor, dem er einredet, das von ihm verfasste Theaterstück „Der Raub der Sabinerinnen“, eine bis dahin geheim gehaltene Jugendsünde Menkes, zum Durchbruch in der Theaterlandschaft zu verhelfen.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Das bringt heilloses Durcheinander in die piekfeine Familie. Als ausgerechnet am Tag der Uraufführung Menkes Frau Frederike (Doris Gomilar) das Versöhnungsessen arrangiert, bricht die feine Gesellschaft vollends auseinander. Menke und sein Schwiegersohn Dr. Cornelius Kruse (Jens A. Rose) verlassen fluchtartig das Haus. Menkes jüngste Tochter Lisbeth (Nina Oltmanns) schleicht sich zu ihrem geliebten Schauspieler (Torben Sievert) ins Theater und Hausmädchen Guste (Manuela Schöler) verweigert den Gehorsam.

Als nun der Schrotthändler Franz Groth (Hans-Werner Horstmann) im Haus auftaucht, hat er leichtes Spiel Frederike und deren ältere Tochter Anna Kruse (Sandra Renken) zum banalen Vergnügen zu überreden.

Ein wahres Feuerwerk an Komik entfachen Regisseur Armin Tacke und seine Akteure in den vier Akten der Adaption der Vorlage von Franz und Paul von Schönthan (niederdeutsch von Manfred Hinrichs Bettinger).

Plattdeutsch und sächsisch in einem Stück vereint – ein schwieriges aber voll gelungenes Unterfangen. Hätte es den Striese nicht schon 1884 gegeben, hätte er für Norbert Pfeiffer geschrieben werden müssen. Pfeiffer brillierte in einer Paraderolle und traf punktgenau alle Nuancen von Überheblichkeit bis zum Nervenkollaps. Franz Bittner als Professor mit Gehirn- und Ohrenschmalz und Doris Gomilar als piekfeine Dame mit gelegentlichem Verlust an Contenance überzeugten ebenso wie Jens A. Rose als steifer und staksiger Mediziner und Sandra Renken als Dame der Gesellschaft mit kaum beherrschbaren vulgären Gelüsten.

Und auch die wahre Liebe kommt nicht zu kurz. Nina Oltmanns und Torben Sievert haben nicht nur mit dem längsten Bühnenkuss Brakes einen nachhaltigen Eindruck beim Publikum hinterlassen.

Als einzige „Nicht-Schauspielerin“ fand das Dienstmädchen Guste in Manuela Schöler eine Interpretin nach Maß.

{ID}

1670447

{NAME}

BÜHNE-B

{LEVEL NAME}

NWZ/BRAKE/.3

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.