Esenshamm Der Bauer trinkfest, seine Haushälterin eine derbe Dorfschönheit und die neugierige Nachbarin im Liebesrausch – Marieta Ahlers und Edith Hedemann haben aus diesen Zutaten eine deftige Mischung aus Geld und Knast, angereichert mit Lügengeschichten und Liebeskummer angerührt. Sie servierten dem Premierenpublikum eine äußerst vergnüglichen und kurzweiligen Theaterabend im Esenshammer Hof.

Auf den Leib geschrieben

Mit ihrem Dreiakter „Fack ju, Dörthe“ traf die Spielschar Esenshammer ins Schwarze. Dabei konnte sich die beiden Autorinnen der Komödie den Luxus leisten, den zehn Darstellern die Rollen auf den Leib zu schneidern. Da ist zum einen die Haushälterin Lina Lüdersen (Marianne Hartmann), die dem liebeskranken Bauern Hinnerk Harmsen (Fred Manthei) den Haushalt führt. Der ist von seiner Freundin Dörthe schmählich verlassen worden, was er ihr natürlich sehr krumm nimmt.

Noch vier Mal „Dörthe“ in Esenshamm

Weitere Vorstellungen im Gasthaus Esenshammer Hof gibt es am 10., 11., 12. und 13. April jeweils ab 19.30 Uhr.

Souffleuse ist Kerstin Bouda. Die Spielleitung liegt in den Händen von Marieta Ahlers, und Regie führt Ralf Müller. Für Bühne und Technik sind Peter Ahlers, Herbert Hanke, Gerhard Rohde und Uwe Schicke zuständig. Für die Maske sorgt Sabine Hartfil.

Dabei hat seine Haushälterin selbst ein Auge auf den Junggesellen geworfen, allerdings macht sie sich keine große Hoffnungen. Der Bauer sei ein „oller Knaddelbüddel“ geworden und sie eine „ole Fregatt“. Zudem muss seine Haushälterin aufgrund des Fehlens jeglicher weiblicher Reize auf ihre „inneren Werte“ verweisen.

Große Hoffnungen das Herz des gutmütigen Bauern zu gewinnen, macht sich auch seine Nachbarin Henny Holtkamp (Elke Beerepoot). Die Hühnerzüchterin betreibt gemeinsam mit ihrem Bruder Hansi (Reiner Klatt) einen florierenden Eierhof. Henny Holtkamp schaut daher gerne und oft bei Bauer Harmsen vorbei. Aber so leicht lässt sich der Junggeselle nicht bezirzen, schließlich hat er ganz andere Probleme, wie der Postbote Walter Sparbier (Ewald Strahlmann) seinem Brief entnehmen konnte. Bauer Hinnerk Harmsen hat seinen Bußgeldbescheid wegen zu schnellen Fahrens nicht bezahlt und muss ein paar Tage hinter schwedischen Gardinen absitzen.

Sein treuer Knecht Alfred Büsselmann (Hergen Luers) kann es nicht fassen. Sein Chef wird eingebuchtet, und seine Familie hat sich zu Besuch angemeldet. Da muss schnell eine Lösung gefunden werden. Seine Haushälterin schaut immer das Dschungelcamp im Fernsehen: „Wir schicken den Hinnerk nach Australien“ – schon ist seine Abwesenheit erklärt.

Seine Schwester Amanda Wirsing (Edith Hedemann) mimt nicht nur die feine Dame, sondern riecht schnell den Braten. Ihr Mann Titus Wirsing (Ralf Müller) steht unter ihrem Pantoffel und hat gar nichts zu melden: „Hol dien Rand“ schimpft seine Frau. Hajo Harmsen (Helmut von Nethen), der Bruder des Bauern, und seine Frau Taline (Marieta Ahlers) zählen ebenfalls zur buckligen Verwandtschaft und lassen sich mit den Ausreden der Bediensteten nicht so einfach abspeisen. So heißt es des Öfteren: „Wo ist Hinnerk?“ Und auch Dörthe scheint wie vom Erdboden verschluckt. Oder taucht sie doch noch mal auf?

Spielfreudige Darsteller

Das soll für die Besucher der folgenden Aufführungen eine Überraschung bleiben. Sie sollten sich rechtzeitig Karten sichern. Die Komödie lebt von der Spielfreude ihrer Darsteller, die mit neckischer Mimik und Spielwitz allesamt überzeugen. Ihr hintergründiger und doppeldeutiger Humor sorgt für viele Lacher. Die Zuschauer der Premiere waren begeistert und bedankten sich zum Abschluss mit einem Riesenapplaus.

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