Esenshamm „Mich motiviert das Zusammenspiel von Jung und Alt“, sagt Kerstin Bouda. Die 52 Jahre alte Verwaltungsangestellte gehört seit sechs Jahren dem Esenshammer Gemeindekirchenrat an. Sie zählt zu den neun Kandidaten – vier Frauen und fünf Männer im Alter von 40 bis 68 Jahren – für die Wahl des neuen Kirchenrates am 11. März.

 Gemeindefrühstück

„Ich helfe auch gerne beim Gemeindefrühstück mit und bin durch mein kirchliches Engagement mehr eingebunden in unserem Dorf“, ergänzt sie. „Es gibt zwar Vorsitzende in den Ausschüssen, die koordinieren. Bisher haben wir aber immer alles gemeinsam gemacht – als eingespieltes Team zusammen mit Pfarrerin Bettina Roth“, sagt Marlies Cattelmann. Die 68-jährige ist im Schaustellergewerbe tätig und seit 40 Jahren im Esenshammer Kirchenrat.

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 Keine Schwellenangst

Schön sei auch, dass bei den Gruppen – vom Frauenkreis, über die Jagdhornbläsergruppe bis hin zur alle vier Monate veranstaltenden Kochaktion „Gemeinschaft geht durch den Magen“ – keine Schwellenangst herrscht.

„Das ist eine schöne Gemeinschaft mit uns allen, gerade auch, weil jeder etwas anders ist. Zudem ist im Kirchenrat jede der sieben Bauerschaften vertreten“, bringt es Mareike Luers auf den Punkt. Die 57 Jahre alte Landwirtin arbeitet seit zwölf Jahren im Kirchenrat mit und kandidiert erneut bei der Wahl am 11. März.

Vorsitzende ist Pfarrerin Bettina Roth, die dem Gremium kraft ihres kirchlichen Amtes angehört. Stellvertretender Vorsitzender ist seit zwölf Jahren der heute 67 Jahre alte Landwirt im Ruhestand Hartwig Tantzen. Er tritt nicht wieder an. „Ich möchte Jüngeren den Vortritt überlassen und hoffe, dass wir die traditionell hohe Wahlbeteiligung in Esenshamm auch diesmal wieder erreichen werden.“

 2012: 33,8 Prozent

Bei den Kirchenratswahlen 2012 betrug die Wahlbeteiligung in der Landeskirche 14,13 Prozent. Mit 20,28 Prozent verzeichneten die Gemeinden im Kirchenkreis Wesermarsch die höchsten Werte in der oldenburgischen Kirche. Spitzenreiter waren die Gemeinden Neuenbrok (52,55 Prozent) und Waddens (52,23 Prozent). In Esenshamm sind 33,8 Prozent erreicht worden.

Zu den Aufgaben in der Esenshammer Gemeinde gehört auch, Kirchenland fair und gut zu verpachten oder zu verkaufen. Das ist zum Beispiel für das Baugebiet im Dorf geschehen. Der Kirchenrat hat auch einen Vergnügungsausschuss. Darin sind jedoch alle Ratsmitglieder aktiv. Sie organisieren zum Beispiel den Neujahrsempfang für mehr als 100 Besucher, das Laternelaufen oder auch den Basar und sorgen für ansprechende Weihnachtsbeleuchtung. Jeden Sommer zählt das Gemeindefest im Pfarrgarten mindestens 100 Besucher.

Die evangelische Kirchengemeinde zählt etwa 950 Mitglieder. Davon 876 sind älter als 14 Jahre und somit berechtigt, am 11. März den neuen Kirchenrat zu wählen. Bei der Wahl vor sechs Jahren waren es noch 978 Wahlberechtigte.

 Wenige Austritte

Wie in benachbarten Gemeinden ist also auch in Esenshamm die Zahl der Gemeindemitglieder zurückgegangen, aber vor allem infolge von Umzügen oder Todesfällen und weniger durch Kirchenaustritte.

Der scheidende stellvertretende Vorsitzende Hartwig Tantzen beschreibt das Wichtigste für die Zukunft so: „Die Kirche muss im Dorf bleiben.“ Pfarrerin Bettina Roth, die auch für die Gemeinde Dedesdorf zuständig ist, habe für Esenshamm nur noch eine halbe Stelle. Sie dürfe nicht weiter reduziert werden.

Die Verbundenheit der Esenshammer mit ihrer Kirchengemeinde zeigt sich laut Hartwig Tantzen auch im Ortskirchgeld. Seit 1998 ist es nur noch freiwillig zu zahlen. Seither haben sich die Einnahmen verdoppelt. Dadurch ist möglich geworden, alle Wege rund um die Kirche zu pflastern, für Beleuchtung zu sorgen, Parkplätze herzurichten. Auch ein Bibelgarten konnte so entstehen.

In Zukunft muss nach Einschätzung von Hartwig Tantzen ganz besonders drauf geachtet werden: „Die Verwaltungsakten dürfen nicht dicker werden als die Bibel.“

  Entfremdung droht

Die Verwaltungsreform der Landeskirche habe für kleine Gemeinden nichts gebracht, sondern nur Geld gekostet. „Auch unsere Pastorin ist dadurch zusätzlich belastet worden. Sie hat weniger Zeit für die Seelsorge. Das führt zur Entfremdung.“

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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