RODENKIRCHEN „Donald“ hat erst fünf Jahre auf seinem Buckel. Doch er blickt total teilnahmslos drein, ist in eine Starre verfallen. Sein Rücken fühlt sich sehr hart, fast steinern, irgendwie sehr alt an. Dabei könnte der wie ausgestopft wirkende Kraftprotz in der nächsten Sekunde eine gefährliche Aktivität entfalten, wenn Roman Heppenheimer ihn nicht geschickt am Kopf halten würden. „Donald“, der Brillenkaiman, ist unzweifelhaft ein Star im Streichelzoo der Heppenheimers.

Den Anfang macht „Susi“

Im Jugendzentrum Rodenkirchen sitzen rund 40 erwartungsvolle Gäste. Sie freuen sich auf die Tiere, die ihnen von Roman Heppenheimer und seinem elfjährigen Sohn Jamayne nach und nach vorgestellt werden. Den Anfang macht „Susi“, eine Boa Constrictor, die sich Jamayne lässig um den Hals hängt. Die rund 30 Kinder unter den Besuchen sind verhalten begeistert, denn ein solch wildes Tier hatten die meisten von ihnen noch nie aus der Nähe gesehen, geschweige denn anfassen können.

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Familie Heppenheimer stammt aus dem Landkreis Cuxhaven. Bereits in fünfter Generation züchtet die Familie exotische Tiere und besucht mit ihnen unter anderem Kindergärten und Schulen. Kein Tier komme aus der Wildnis, erzählt Roman Heppenheimer seinen aufmerksamen Zuhörern. Es seien alles Nachzuchten aus Deutschland. Und dass seine Tiere daran gewöhnt sind, bewundert und gestreichelt zu werden, entspannt die Situation merklich. Allmählich verlieren die Mädchen und Jungen die Scheu vor den Tieren, doch der Respekt vor ihnen bleibt.

Eine deutliche Stimme

Und das ist auch gut so, wie ihnen Roman Heppenheimer mit klarer, deutlicher Stimme und sehr verständlichen Worten erzählt. Denn die Gelbwangenschmuckschildkröte „Pumuckl“ oder das agile Frettchen „Max“ sind alles andere als gewöhnliche Haustiere. Und während die sich auf dem Rücken liegende Schildkröte sich wieder auf ihre vier Beine drehen kann und dabei eine akrobatische Höchstleistung vollbringt, welche die Kinder amüsiert, sorgt danach der quirlige „Max“ für Begeisterung. „O, wie süß“, rufen die Kinder. Das Albino-Frettchen huscht immer wieder unter den grünen Filzteppich, auf den die Heppenheimers zuvor ihre zwei Vogelspinnen, zwei Bartagamen, einen Waran und einen Leguan namens „Herkules“ gesetzt hatten.

Immer, wenn Roman Heppenheimer eine Frage stellt oder einen Freiwilligen benötigt, schnellen die Finger der Kinder in die Höhe. Die Zuhörer erfahren viel Wissenswertes über die Tiere, deren Herkunftsländer und das Lebensumfeld. Dass man eine Schildkröte keinesfalls fallen lassen darf, denn das könnte zu ihrem Tod führen, hören die Kinder. „Drücken verboten“ heißt es bei den beiden Tausendfüßlern, die mit ihren jeweils 240 Beinpaaren über den grünen Teppich marschieren und sich anfühlen wie ein Gartenschlauch. Der Mensch sei der Feind vieler Tiere, sagt Roman Heppenheimer dazu, der sich für eine Artenvielfalt auf dem Planten einsetzt.

Diese Vorführung von lebenden Tieren ist faszinierend. Dass die Füße der Kinder beim Anblick der beiden Vogelspinnen ruckartig in die Höhe schnellen, ist verständlich. Die Spinnen könnten auch kleine Sprünge vollführen, merkt Roman Heppenheimer an. Doch die Tiere seien kaum gefährlich. Ihr Gift würde dem einer Wespe ähneln. Anfassen und streicheln ist bei diesen Exemplaren aber nicht möglich.

Eine kurzweilige Stunde

Dann naht der krönende Abschluss dieser kurzweiligen Stunde: Auf dem grünen Teppich schlängelt sich ein weiß-gelber Tigerpython. „Emma“, so der Name der Würgeschlange, sei in der Lage, einen Menschen zu töten, sagt Roman Heppenheimer, und fragt nach einem Freiwilligen. Beherzt reißt Larissa Glasner einen Arm hoch. Ehe sie sich versieht, legen ihr Roman und Jamayne Heppenheimer die neun Kilogramm schwere Schlange um den Hals. „Die ist aber schwer“, sagt die mutige Rodenkircherin erstaunt und steht tapfer im Raum mit der sich träge um ihren Körper windendenden Schlange. Die Neunjährige passt glücklicherweise nicht in „Emmas“ Beuteschema – sonst hätte auch der umsichtig handelnde Roman Heppenheimer diese Aktion nicht zugelassen.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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