Elsfleth „Een Deern, de mit de Luftmatratz aafdreeben is“ – diese Deern ist den Fischern Peter Schlünsen (Bernd Schmele) und Kalli Schlünsen (Dennis Rüthemann) auf hoher See „ins Netz“ gegangen. Nun sitzen die beiden Lebensretter in ihrer versifften Fischerkate und sind ratlos: Was macht man mit einer Frau im besten Alter in solch einem „Swienstall“?

Auf Lösungsmöglichkeiten verschiedener Art war am Freitagabend das Premierenpublikum in der Oberschule Wurpstraße gespannt. Man freute sich, dass die Speelschaar des Bürgervereins Hammelwarden-Lienen nach einjähriger Spielpause wieder auf der Bühne steht und mit dem heiteren Dreiakter von Konrad Hansen „Mit Geföhl und Wellenslag“ für „veel Pläseer“ sorgt. Vergnügen bereitet auch das authentische und sorgfältig gestaltete Bühnenbild: Über der altersschwachen Chaiselongue baumeln Unnerbüxen, Schlafanzug und Wischlappen an der Trockenleine, auf dem Sperrholzbüfett liegt der Staub daumendick und der Bollerofen hat auch schon bessere Zeiten gesehen.

Frisch ist in der Lotterbude nur der gerade aufgebrühte steife Grog. Heiß genossen regt das Getränk die grauen Zellen der schlichtgestrickten Fischerjungs an, sie machen sich Gedanken, ob die Deern Jenny (Sylke Janßen) vielleicht schon vermisst wird.

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Weit kommen sie nicht mit ihren Überlegungen, weil Peter Schlünsens alter Kumpel, Käppen Brass (Hans Dieter Bohlken), ins Haus schneit. Und auch der hat Probleme: Trotz Käppens Heiratsantrag hat dessen letzte Huushollersch die Kurve gekratzt, eine Neue muss her. Käppen Brass – ein Freund des Seemannsgarns, Versursacher von drei Schiffsuntergängen und ewiger Jäger des Weißen Wals – stellt hohe Ansprüche. Blond soll die Neue sein, nicht unter 40 und mit blauen Augen, Schuhgröße 42 und „een beeten Speck an de richtigen Stelln“ sollte sie auch haben. Der Auftrag, ein solches Schmuckstück zu finden, geht als Befehl an Peter Schlünsen. Ob die Deern aus dem Wasser dafür geeignet ist?

Auf jeden Fall ist Jenny geeignet, den Brüdern ein bisschen Gemütlichkeit zu vermitteln, dieses neue „Geföhl“ ist es wert, zwei Flaschen Wein zu verpicheln, aber der „Wellenslag“ lässt nicht lang auf sich warten. „Nu hebbt wi ok de Olsch an´n Hals“ jammern die Fischer, als Jennys Mudder Alma Köppke (Gunda Alexander) mit moralisch geblähten Segeln das Fischerhaus entert, das Kommando übernimmt und generalstabsmäßig Putzlappen und Besen schwingt, bis alles seinen Schick hat.

Wurde das Spiel des Bühnenquartetts von ganz viel Szenenapplaus begleitet, steigert sich der lange Schlussbeifall. Mit den beiden Debütanten Bernd Schmele und Hans Dieter Bohlken hat das Ensemble eine tolle Leistung abgeliefert. Sylke Janßen gelang der Spagat zwischen Gehorsam und erwachendem Selbstbewusstsein, Gunda Alexander – lange nicht mehr auf der Bühne gewesen – war die Rolle der kiebigen Alma auf den Leib geschrieben, und Dennis Rüthemann, dem ist der Sinn für Komik sowieso in die Wiege gelegt worden.

Die Newcomer Bernd Schmele und Hans Dieter Bohlken spielten sich nach und nach immer freier und man darf hoffen, dass sie der Speelschar auch künftig treu bleiben. Viel Applaus auch für das Team hinter der Bühne, insbesondere für Regisseurin Karin Jäkel.

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