Elsfleth „Sing man tau, sing man tau, von Herrn Pastor sien Kauh, jau,jau …“: Nicht ohne Grund stimmte Günter Suhr jetzt im Heye-Saal auf seiner Gitarre das plattdeutsche Spottlied an. Schmal besoldet hielt sich in früheren Zeiten manch Pastor und auch mancher „Schoolmeester“ eine Kuh oder ein Schwein im Stall.

Und um Schulmeister, die den Elsflether Kindern das Lesen und Schreiben beibrachten, um Seelsorger, die in den Schule den rechten Glauben lehrten, ging es im „Erzählcafé“ im weitesten Sinne. Gästeführerin Lina Walter nahm die Besucher mit auf einen Streifzug durch die Geschichte der Elsflether Schulen. In den historischen Annalen wird bereits im Jahr 1624 eine Liener Schule erwähnt und ab 1724 drückten auch die Neuenfelder Kinder die Schulbank. Lina Walter: „Alfred Heye, Spross einer bedeutenden Neuenfelder Familie, wurde nachgesagt er sei ein Kinderhasser. Wahrscheinlich war es nur ein Gerücht, denn Heye ließ die bestehende Schule abreißen, um gleich darauf ein neue bauen zu lassen.“

Auf eine lange Geschichte kann auch der Fachbereich Seefahrt und Logistik der Jade-Hochschule zurückschauen. 1832 wurde in Elsfleth die Großherzogliche Navigationsschule gegründet, die in der Folgezeit viele junge Kapitäne und berühmte Lehrkräfte hervorbrachte. „Für die Elsflether Mädels wurde die Seefahrtschule wie ein Eheanbahnungsinstitut“, so Lina Walter. Schulgeld mussten ab 1858 gut betuchte Elsflether bezahlen, wenn ihre Sprösslinge die „Höhere Bürgerschule“ (heute evangelischer Kindergarten) besuchen sollten und nach der Einweihung der Volksschule Alte Straße (heute Grundschule) im Jahr 1871 rätselte man in den Nachbargemeinden, wieso Elsfleth sich einen „Schulpalast“ leisten könne.

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Dann war da noch die Schiffsjungenschule – im Volksmund „Mosesfabrik“ - an der Peterstraße. Fast ein Internat mit einer mächtig strengen Hausordnung. „Unter anderem wurden die Jungs massiv auf die sittlichen Gefahren in fernen Häfen aufmerksam gemacht“, schmunzelt Lina Walter.

Ein guter Grund gemeinsam mit Günter Suhr den Shanty „Wir lagen vor Madagaskar“ anzustimmen, die Shanty- Besatzung hatte zum Glück nur „die Pest an Bord“. Zur Sprache kam auch die Schulspeisung in den Nachkriegsjahren und vor allem die Streiche der Seefahrtschüler, wenn sie nach der Patentverleihung glücklich singend und aus einem Nachttopf biersaufend auf Otto Alexander Pferdewagen (mit dem transportierte der Elsflether sonst Weißkohl für die Sauerkrautfabrik) durch die Innenstadt zogen.

Bei den Besuchern des „Erzählcafés“ kam Lina Walters Streifzug sehr gut an, manch persönliche Erinnerung wurde wieder wach und wie immer verwöhnten Rita Städtler und ihr Team die „Zeitreisenden“ mit Kaffee und Tee, Keksen und Kuchen.

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