NORDENHAM Die Altersschere klafft beim Jailbreakers-Konzert weit auseinander: Kinder und Jugendliche sind mit oder ohne Erzeuger zu dem Hardrock-Ereignis in die Jahnhalle gekommen, aber auch Langzeit-AC/DC-Fans mit vollständig ergrauten oder verschwundenen Haaren. Dazwischen gibt’s langmähnige Headbangers und ganz viele Anhänger lauter Bühnenunterhaltung.

Lautstärke bekommen alle reichlich geboten. Die Heavy-Metal-Coverband aus Halle, die bereits mehrfach in Nordenham gefeiert wurde, zelebriert den Kult der frühen AC/DC-Jahre. Harry „Gibson“ Greiner läuft und tanzt als Angus-McKinnon-Young-Kopie den ganzen Abend quer über die Bühne und hüpft bei fast jedem Schluss-Akkord eines Songs mit dem letzten Ton noch mal in die Luft. Zu Beginn des Abend trägt er Youngs Schuluniform-Kopie, also eine blau-gelbe Krawatte, kurze Hosen, Schulblazer und blaues Schülermützchen. Dazu schneidet er Grimassen, die den bewusst grenzdebil wirkenden Gesichtsausdruck seines Vorbilds trefflich einfangen.

Beste Grüße an Angus

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Bei dem Stück Go Down fliegen die Klamotten vom Körper und – das wird vom Publikum erwartet – Harry Greiner entblößt für einen Moment sein Gesäß. Den Rest des Konzerts absolviert er mit Shorts und freiem Oberkörper. Musikalisch hat er aber auch einiges zu bieten. Fette Riffs, schnelle Akkorde und fetzige Soli sind seine Markenzeichen – wie bei Angus. Die Fans belohnen die Leistung mit eindeutigen Zeichen der Begeisterung.

Frontman Jens Thorun ist leider erkrankt, doch sein Ersatzmann Alex (22) aus Nordhausen gibt alles, um den Abend zum Erfolg zu machen. Mit seiner heiseren Stimme röhrt er sich unter großem Kraftaufwand durchs Programm. Und – es grenzt an ein Wunder – sie klingt nach und nach immer besser. In seinen wenigen Ansagen zeigt sich Substitute Alex eher bescheiden, aber auf der Bühne entwickelt er sich zum Tier. Mit lauernder, leicht nach vorn gebeugter Haltung schreit er ins Mikro, tanzt über die Bühne, um Harry herum, mit ihm zusammen. Zu zweit führen sie manches obszöne Ballett auf. Und der Draht zum Publikum kommt zum Glühen.

Weitere drei Bandmitglieder tragen zum Gelingen bei. Da Balladen nicht zum Programm von AC/DC zählen, hat der solide Schlagzeuger Paul Hündorf immer den gleichen Job: Antreiben! Er liefert einen wesentlichen Teil des infernalischen Lärms. Links und rechts werkeln der Rhythmusgitarrist und der Bassist, die immer wieder parallel zum Chorsingen nach vorne kommen. Sie komplettieren die Rhythmus-Gruppe, auf deren Grundlage sich die Solisten inszenieren können.

Finale mit TNT

Die Titelliste bietet eingefleischten Fans die größten Hits: Sie reicht von Problem Child, Shoot Down in Flames, Sin City, Riff Raff und Jailbreak, Highway to Hell, The Jack bis zu Dirty Deeds. Als eine der Zugaben noch: TNT.

Zum Tanzen animierte Fans haben am Ende des Konzerts etwas für ihre Kalorienbilanz getan, sollten aber ihren Ohren eine lange Regenerationszeit gönnen. Harry und Alex haben sportliche Höchstleistungen vollbracht und eine Fitness an den Tag gelegt, die man Rock-Musikern nicht unbedingt zutraut.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.