RODENKIRCHEN /BN Das Plätschern des Wassers in den Abschiedsszene mit dem Friesenhäuptling Gerolt und seiner Geliebten Anneke erinnert an die Weser. Dort, genauer gesagt am Strand in Kleinensiel, hat Christian Gude sein Mikrofon ans Wasser gehalten, um dieses Geräusch einzufangen.

Der Oldenburger Medienkünstler ist im Rodenkircher Historienspiel „Dude und Gerolt – der Bruderkuss“ für die Akustik und Musik zuständig. Die Ergebnisse seiner Arbeit wurden von den Besuchern der bisherigen Aufführungen mit viel Lob honoriert.

Musik und Geräusche c Ton stellten in dem Freilichtspektakel eine besondere Herausforderung dar. „Das schlichte und klare Bühnenbild brachte den Vorteil, dass das Mittelalterliche nicht so sehr durch das Bühnenbild erzeugt wird, sondern viel mehr und stärker durch die Kostüme und durch die mittelalterliche Klangfarbe der Musik- und Toneinspielungen entsteht", sagt Christian Gude. Das klare Bühnenbild habe so seinem Ton mehr Raum gegeben.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Fließende Übergänge

Das Hören wird für das Publikum somit zu einem wichtigen Teil des Schauspiels. Denn bei diesem Freilichttheater haben die akustischen Teile die Aufgabe, eine dichte Atmosphäre zu schaffen, die Szenen mit zusätzlichem Leben zu füllen und auf diese Weise den Bühnenraum noch zu vergrößern. Durch den Ton werden außerdem fließende Übergänge zwischen den einzelnen Spielszenen geschaffen. Die Figuren und ihre Gefühle sowie Konflikte haben so eigene musikalische Motive bekommen, werden durch das Hören erkennbar gemacht.

„In diesem Umfang musikalisch zu arbeiten, war Neuland für mich, zum Teil echt schweißtreibend und hat trotzdem wirklich Spaß gemacht. Ich habe eine Menge interessanter neuer Sachen gelernt bei dieser Arbeit", hebt Christian Gude hervor. Ihm ist es gelungen, aus dem Schauspiel auch ein Hörspiel werden zu lassen.

Kreative Projekte

Für Christian Gude hatte schon immer alles Akustische eine besonders große Faszination. Erste Projekte entstanden schon während des Studiums an der Kunstakademie in Münster. Zum Schwerpunkt der eigenen kreativen Arbeit wurde alles Hörbare dann während des Studiums Medienkunst an der Carl von Ossietzky-Universität in Oldenburg. Seine Abschlussarbeit war 2004 eine akustische Installation im Edith-Ruß-Haus für Medienkunst. Als freiberuflicher Medienkünstler hat Christian Gude mehrfach Radio- und Hörspielworkshops für die Oldenburger Kinderbuchmesse „Kibum“ geleitet und im vergangenen Jahr für das Staatstheater Oldenburg bei der Produktion „Zugvögel" den Oldenburger Stadtbrand als Hörbild umgesetzt.

An diesem Sonnabend sitzt Christian Gude mit seinen aus Lübbecke am Rand des Wiehengebirges kommenden Eltern Veronika und Helmut sowie mit seinem Bruder Carsten, der in Bielefeld wohnt, auf der Tribüne. „Nicht nur wegen der Musik, sondern auch weil das Stück so toll ist", gibt er sich bescheiden und lobt stattdessen das Freilichttheater.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.