NORDENHAM Schwungvoll begann die Nordenhamer Goethegesellschaft am Donnerstag ihren diesjährigen Konzertreigen. Das Neujahrskonzert gestaltete die Ungarischen Kammerphilharmonie unter der Leitung von Antal Barnas. Angekündigte Werke aus dem Repertoire der berühmten Wiener Komponistenfamilie um Johann Strauss (1804-1849), dem Berliner Komponisten Paul Lincke (1866-1946) und dem auch heute noch bekannten ungarischen Operettenkomponisten Emmerich Kálmán (1882-1953) sowie weiterer Komponisten des 19. Jahrhunderts, die sich der so genannten leichteren, heiteren Muse gewidmet haben, sorgten für eine voll besetzte Aula im Gymnasium. 2003 gastierte die heute 20-köpfige Ungarische Kammerphilharmonie schon einmal unter der Leitung von Hans Richter in Nordenham.

Die Erwartungen waren hoch. Und im ersten Teil des Konzertes erfreuten sich die Besucher an den schönen Melodien, wie zum Beispiel denen aus der Ouverture von G. Rossinis (1792-1868) Operette „Die Italienerin in Algier“ oder an der „Annen-Polka“ und dem „Frühlingsstimmen-Walzer“ von Johann Strauß (Sohn). Wer aber genauer hinhörte, merkte schnell, wie schwer es sein kann, bekannte, schmissige Musik musikalisch interessant zu gestalten.

Zum Teil theatralisch

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Es gilt, gerade bei den Walzern von Johann Strauß (Sohn) die tänzerisch schwungvollen Partien, die von spannungssteigernden Tempowechseln und Lautstärkeunterschieden kompositorisch angereichert wurden, organisch zu gestalten. Dieses gelingt aber nur in einem idealen Zusammenspiel zwischen engagierten Orchestermusikern und einem feinfühlig leitenden Dirigenten. An diesem Abend schienen einige Musiker jedoch nicht mit der nötigen Leidenschaft an ihrem Pult zu sitzen, und auch die zum Teil nur theatralisch wirkenden Dirigierfiguren von Antal Barnas reichten nicht aus, die schmissigen Werke zu einem musikalisch überzeugenden Hörgenuss werden zu lassen.

Schöner Abschluss

Mit der Ouverture der Operette Gräfin Mariza von Emmerich Kálmán zu Beginn der zweiten Spielhälfte begann das Ensemble nach und nach, seine klanglichen Qualitäten immer mehr hervorzuheben. Besonders schön gelang der „Schlittschuhläufer-Walzer“ von Emil Waldteufel (1837-1915), in dem auf quirligen Streicherläufen sehr eindrucksvolle, tiefgründige Hornmelodien zu hören waren. Gegen Ende steigerte sich das Ensemble auf das erwartete Niveau, sodass mit dem abschließenden „Radetzky-Marsch“ von Johann Strauß schließlich auch die Herzen der letzten Kritiker erreicht wurden und die ungarischen Musiker erst nach zwei Zugaben von der Bühne gelassen wurden.

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