Schwei „Die Schweier lieben diese Kastanie“, seufzt Pastor Bernd Eichert. Doch manchmal reicht Liebe allein nicht: Der Baum direkt neben dem Glockenturm der Kirche ist nicht mehr zu retten, betonen der Pfarrer und der stellvertretende Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, Hans-Gerd Westerholt. Deshalb muss er gefällt werden – möglichst noch diesen Winter.

Denn unter ihrer knorrigen Rinde verfault die Kastanie nach und nach und wird damit zu einer Gefahr sowohl für Friedhofsbesucher als auch für die Gräber an der Südseite des Kirchturms. „Es tut uns weh, aber es gibt keine andere Möglichkeit“, sagt der Pastor.

Das besagt auch ein Gutachten, das der vereidigte Baum-Sachverständige Lutz Haferkamp, Oldenburg, im Auftrag der Kirchengemeinde angefertigt hat. Darin heißt es: „Im gesamten Stamm- und Starkast-Bereich weist die Kastanie starke Schädigungen auf. Diese Schadstellen sind nicht mehr reparabel.“

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Wie alt der Baum ist, weiß niemand wirklich genau. Aber Bernd Eichert und Hans-Gerd Westerholt glauben, dass er sich vor mehr als 150 Jahren selbst angesät hat. Weil der Baum so dicht am Glockenturm steht, hat sich seine Krone in Richtung in Richtung Gräberfeld geneigt. Diese charakteristische Schrägstellung gefährdet die Standfestigkeit des Baumes zusätzlich.

Schon vor gut 30 Jahren ist der Baum stark zurückgeschnitten worden, um ihn zu retten. Doch durch die Astlöcher tritt Feuchtigkeit in Gestalt von Regen oder Schnee ein und löst fortschreitende Fäulnis aus. Ein zweiter Rückschnitt im vergangenen Winter verstärkte die Befürchtung, dass der Baum nicht zu retten ist. Dazu kam die Miniermotte, ein Schädling, der in Norddeutschland viele Kastanien befallen hat. Deshalb beschloss der Kirchenrat im November, ihn zu fällen.

Das wird weder einfach noch billig. Denn zum Schutz der Gräber muss ein Autokran anrücken, der vom Kirchvorplatz aus den Baum abtragen wird. Die ganze Operation wird nach Schätzungen von Lutz Haferkamp knapp 10 000 Euro kosten. Schwacher Trost: Ein Seilkletterer wäre auch nicht billiger.

Egal wie: Weder für die eine noch für die andere Vorgehensweise hat die Kirchengemeinde Geld. Deshalb wartet sie auf einen Zuschuss vom Oberkirchenrat in Oldenburg. Sobald der fließt, wird gefällt.

Eine Lücke soll aber nicht bleiben. Sobald der alte Baum weg ist, wird noch mit dem Autokran ein neuer eingepflanzt: eine Linde. Denn schließlich liegt die Kirche an der Lindenstraße. „Das wird kein Bäumchen sein, sondern schon ein größerer Baum“, betont Bernd Eichert. Er wird nicht direkt am Glockenturm gepflanzt, sondern einige Meter davon entfernt. Vielleicht gewinnen ihn die Schweier ja auch lieb.


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Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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