Friedrich-August-Hütte Lukas ist hier, Lukas ist dort, Lukas ist eigentlich überall. Hier stellt der eisenbahnbegeisterte Junge eine entgleiste Lok wieder auf die Schienen, dort programmiert er den PC, abseits am Tisch in der Ecke repariert er einen Waggon.

„Das ist Lukas,“ sagt Helmut Reins. „Nein, nicht Lukas der Lokomotivführer. Es ist Lukas Bühring.“ Sein Vater Rainer ist im Ellwürder Bahnhof aufgewachsen, dessen Freund Rolf Gerdes im Stollhammer. Und dann gehört zum Kreis auch noch Gerd Alich, der den Nordenhamer Güterschuppen nachbaute – und eben Helmut Reins, der bis 2008 dem BSW-Modelleisenbahnclub Nordenham vorstand und sich jetzt in der Butjenter Modellbaugruppe engagiert.

Bahnhöfe nachgebaut

Die fünf machten am Sonnabend allen Eisenbahn-Fans, allen, die sich für Butjadingens Geschichte(n) begeistern können, und all denen, die noch selbst Erinnerungen an den in Elfenbein und Rot lackierten „Silberpfeil“ haben, ein echtes Geschenk. Im Kasino Friedrich-August-Hütte hatten sie „en miniature“ die Strecke der Butjadinger Bahn im Maßstab 1:87 nachgestellt: Vom Langen Jammer am Nordenhamer Bahnhof führte seine Route über die Stationen Ellwürden und Abbehausen, Stollhamm, Mitteldeich und Burhave, Langwarden und Tossens bis nach Eckwarderhörne.

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In mühsamer Feinarbeit hatte die Butjenter Modellbaugruppe über Jahre Bahnhof um Bahnhof nachgebaut. „Die einzelnen Streckenabschnitte mussten wir natürlich etwas eindampfen,“ erzählt Reins, „sonst wäre das Diorama über 300 Meter lang geworden.“ Noch gibt es auf dem Weg quer durch Butjadingen zwar einige Baustellen.  Viel Arbeit also für die Zukunft. Dennoch war es jetzt an der Zeit, sich zu „outen“.

Mehr als 1000 Besucher, so schätzt der Vorsitzende der Modellbaugruppe, Rolf Gerdes, nutzten die Gelegenheit, sich die Ausstellung anzuschauen, für deren Aufbau alle Helfer tags zuvor von 9 bis 22.15 Uhr ohne Pause kräftig knuffen mussten. Eintrittsgeld wurde im FAH-Kasino nicht erhoben, Sponsoren gab es auch keine – die fünf Butjenter Bahn-Freunde zahlten alles aus eigener Tasche.

Erinnerungen erwachen

„Da darf man nicht fragen, was es kostet,“ sagt Gerdes. Es sei eben ein Hobby. Die Besucher dankten es ihnen: Sie sahen die Ausstellung nicht nur als ein lebendiges Museum an, sondern fragten auch nach und tauschten Erinnerungen. Sie bestaunten Details, fotografierten, klönten.

Besonderen Anlass dazu beispielsweise bot der 3-Minuten-Schwarz-Weiß-Film über eine Fahrt mit dem Rauch speienden Stahlross. Das Nordenhamer Museum hatte ihn zur Verfügung gestellt. Ja, so war es damals! Damals – das beschreibt die Jahre von 1908 bis 1956. Anlass zum Schnack bot sich auch, als völlig unerwartet am Vormittag Helmuth Bruhn und Ulfert Peters vorbeischauten: Die beiden 90-jährigengehlren zu den letzten noch lebenden Eisenbahnern aus jener Zeit. Sie fuhren als Schaffner mit und hatten also viel zu erzählen.

Sehr interessant war neben der Modellbaustrecke aber auch das Beiprogramm: Modellbauer Detlef Neuhof zeigte beispielsweise Spur-1- und Spur-0-Modelle aus seiner Burhaver Lokschmiede, und Helmut Knoche aus Ruhwarden hatte seine schönsten Spur G-Modelle mitgebracht.

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