KLEINENSIEL KLEINENSIEL - Inzwischen sind die Schubladen voll mit Texten. „Mehrere Hundert werden es wohl sein“, schätzt Benjamin Paulick aus Kleinensiel. Er hat alles aufgehoben, was er zu Papier gebracht hat. „Obwohl zuerst nicht viel dabei heraus kam“, erinnert sich der 19-Jährige. Mittlerweile aber hat er gemeinsam mit seinem 15-jährigen Kumpel Fynn-Lukas Kohls aus Großenkneten erste Achtungserfolge erzielt.

Zuletzt sind JoeyStylez & Grandstyle, wie sich Benjamin Paulick und sein Freund nennen, bei der Fete des Nordenhamer Jugendparlaments in der Jahnhalle aufgetreten. Die beiden, die sich vor anderthalb Jahren bei einem Hip-Hop-Treffen in Bremerhaven kennen lernten, hoffen, dass dies nur der Anfang war. Sie sind Hip-Hop-Fans, seit sie sich für Musik interessieren. Beiden reichte es irgendwann nicht mehr, sich nur die Platten anzuhören. Sie wollten eigene Texte reimen und haben sich auf die so genannten Battles spezialisiert. Battle ist das englische Wort für Schlacht. Ein Hip-Hop-Battle ist eine Art verbales Schattenboxen. Es gibt einen Beat, dessen Grundlage in der Regel ein kräftiger Bass ist. Dazu kommt der Sprechgesang, der Rap. Die Kunst ist es, sich nicht zu verhaspeln. In der Hip-Hop-Szene gibt es Treffen, die mit Sportwettbewerben vergleichbar sind. Da stehen mehrere Rapper auf der Bühne und ermitteln einen Battle-Sieger.

Für Benjamin Paulick ist Hip-Hop in erster Linie eine Möglichkeit, seine Gefühle auszudrücken. Die Texte handeln von den Themen, die viele Jugendliche beschäftigen. Es geht um Einsamkeit, Sehnsüchte und Zukunftsängste. Und es geht um die bittere Erkenntnis, dass man immer wieder an Grenzen stößt.

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„Wichtig ist, dass man ehrlich ist“, sagt der Kleinensieler, der als Fachkraft für Lagerlogistik arbeitet. „Es geht nicht darum, coole Sprüche zu klopfen.“ Aber er und sein Kumpel nehmen in ihren Battles auch kein Blatt vor den Mund. Hin und wieder geht’s aggressiv zu. „Dann lasse ich den ganzen Frust raus“, sagt Benjamin. „Und das hilft mir, ich fühle mich anschließend besser.“ Manchmal scheint es, als habe der wütende Punk der Achtziger nur eine andere musikalische Verpackung bekommen.

Zurzeit haben JoeyStylez & Grandstyle, die ihrem gemeinsamen Projekt den Namen „nordisch-rapresenter“ gegeben haben, ein Programm mit etwa 15 Stücken. Die Battles sind mal etwas melancholischer und ruhiger, mal geht es härter zur Sache. Ihre Beats, also das musikalische Grundgerüst der Songs, bekommen die beiden Nachwuchskünstler entweder aus dem Internet, wo man sie zum Teil frei verfügbar herunterladen kann, oder von einem Musiker aus Stuttgart, der sie verkauft oder verschenkt.

In den Großstädten hat Hip-Hop viele Anhänger. Benjamin Paulick und Fynn-Lukas Kohls, der in Ahlhorn das Gymnasium besucht, haben aber die Erfahrung gemacht, dass sie in Nordenham und Umgebung mit ihrer Musik noch einen schweren Stand haben. Die beiden Nachwuchskünstler hoffen, dass sich das ändert – und sie wollen durch möglichst viele Auftritte dazu beitragen. Der nächste ist auch schon unter Dach und Fach. Am 24. November treten sie bei einer Jugenddisco in Hude auf.

Mehr Infos unter www.nordisch-rapresenter.de.vu

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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