Nordenham /Stollhamm Beruflich hatte er nie etwas mit der Post am Hut. Ein Briefmarkenliebhaber ist er eigentlich auch nicht. Trotzdem beschäftigt sich Dieter Jacobs seit etlichen Jahren so intensiv mit der Post, dass er sich mit deren Geschichte mittlerweile so gut auskennt wie kaum ein anderer. Das ging schon 1945 los, als der Stollhammer sich die Frage stellte, auf welchen Wegen genau ein Brief von irgendwo in der Welt in sein Dorf gelangt. Daraus entwickelte sich bald die Idee, die Historie der Postzustellung in Butjadingen zu erforschen. Die Ergebnisse seiner jahrelangen und mühsamen Recherchen füllen an die 50 Aktenordner. Aus diesem riesigen Fundus an Dokumenten, Abbildungen und handschriftlichen Aufzeichnungen ist jetzt ein Buch entstanden. Es trägt den Titel „Die Postgeschichte des Butjadinger Landes“ und wird vom Rüstringer Heimatbund herausgegeben.

Für 22 Euro im freien Verkauf

Mitglieder des Rüstringer Heimatbundes erhalten das Buch „Die Postgeschichte des Butjadinger Landes“ als kostenlose Jahresgabe. Dafür ist ein Gutschein den Vereinsnachrichten „Rüstringer Bote“ beigefügt.

Im Verkauf ist das Buch ab sofort in den Buchhandlungen von Bestenbostel in Nordenham, Gollenstede in Brake und Müller in Varel, in den Schreibwarengeschäften Blohm in Burhave und Manzke in Rodenkirchen, in den Filialen der Raiffeisenbank Butjadingen-Abbehausen in Tossens und in Abbehausen sowie in den Markant-Märkten in Eckwarden und Tossens zu bekommen.

Der Preis des 240 Seiten umfassenden und mit 283 Fotos bebilderten Buches beträgt 22 Euro. Für die Gesamtherstellung zeichnet Caterina Auffarth verantwortlich. Der Autor Dieter Jacobs wurde bei der redaktionellen Arbeit von Rolf Blumenberg und Hans-Rudolf Mengers unterstützt.

Der 79-jährige Stollhammer verheimlicht nicht, dass er sich die Recherche leichter vorgestellt hatte. Denn die Hoffnung, bei der Post reichlich Informationen über die alten Zeiten zu bekommen, zerplatzte schnell. „Da war nichts zu erfahren, die haben alle Unterlagen verbrannt“, erzählt Dieter Jacobs.

Der Stollhammer ließ sich aber nicht entmutigen, sondern machte sich ans Werk, indem er Zeitzeugen befragte, Kontakt zu Auktionshäusern aufnahm und sich mit Menschen zusammensetzte, die ihm mit aufbewahrten Schriftstücken, Stempeln oder Fotos weiterhelfen konnten. Letztlich gingen über 15 Jahre ins Land, bis Dieter Jacobs sein Ziel erreicht und genügend Informationen zusammenbekommen hatte.

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Damit war die Arbeit aber noch längst nicht erledigt. Schließlich musste das Material strukturiert und geordnet werden, um daraus ein Buch machen zu können. Dabei bekam Dieter Jacobs tatkräftige Unterstützung vom Heimatbund-Vorsitzenden Hans-Rudolf Mengers, vom ehemaligen Butjadinger Bürgermeister Rolf Blumenberg und von Caterina Auffarth, die sich um die Gestaltung und Herstellung des Buches kümmerte.

Die größte Herausforderung war, die Texte zu kürzen und zu entscheiden, welche Beiträge und Fotos aus Platzgründen nicht berücksichtigt werden können. Als Vorgabe galt, dass das Buch nicht mehr als 240 Seiten umfassen durfte. „Es hätten auch doppelt so viele sein können“, sagt der gelernte Maler, der später als Fußbodenverleger seinen Lebensunterhalt verdiente.

„Die Postgeschichte des Butjadinger Landes“ ist nicht etwa eine wissenschaftlich-nüchterne Abhandlung, sondern ein bunter und spannender Historienstreifzug. Der Hauptansatz ist zwar die Dokumentation des Postwesens, aber der Leser erfährt auch eine Menge über Land und Leute. Das Personenregister am Endes des Buches umfasst 550 Namen.

Dieter Jacobs, der ein gebürtiger Nordenhamer ist und 1941 mit seinen Eltern nach Stollhamm gezogen war, fängt mit seinen Beschreibungen im Jahr 1707 an. Aus diesem Zeitraum gibt es die ersten Überlieferungen für einen Postläuferdienst in Butjadingen. Der Bote legte die Briefe – die vom Empfänger bezahlt werden mussten – meistens in Gaststätten ab. Später folgten Kurierdienste per Pferd, Kutsche, Bahn, Fahrrad und Auto. In den 1930er-Jahren gab es in Butjadingen noch 6 Postämter und 15 Landpoststellen. Heute ist die gelbe Post nur noch mit zwei Filialen in der Gemeinde vertreten.

Was Dieter Jacobs aber richtig ärgert, ist die Tatsache, dass die Post die Ortsnamen verschwinden lassen hat. „Da stehen nur noch Zahlen“, sagt er, „Iffens zum Beispiel existiert bei der Post nicht mehr.“

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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