Burhave Klaus Braje bringt fast nichts aus seiner durch den Glauben gefestigten Ruhe. Nicht mal der Ablauf des diesjährigen Ostersonntages. Ein Gottesdienst zum höchsten Fest der evangelischen Kirche fand wegen Corona auch in Burhave nicht statt, zumindest nicht wie üblich.

Pastor Klaus Braje hatte den Gottesdienst bereits am Mittwoch zusammen mit seinen Kollegen Mario Testa und Matthias Kaffka in der leeren St.-Petri-Kirche gehalten (die NWZ berichtete). Der Gottesdienst war dann als Aufzeichnung am Sonntag im Internet und im Fernsehprogramm von Radio Weser TV zu sehen. Hunderte Christen nutzten diese Gelegenheit, doch noch einen Ostergottesdienst zu erleben.

Und es gab am Sonntag noch eine besondere Möglichkeit, das Osterfest zu begehen. Klaus Braje hatte sich an eine Aktion erinnert, die vor Jahren schon einmal in der Gemeinde erfolgreich gelaufen war: das Hoffnungskreuz. Ein großes Holzkreuz wurde vor der Kirche aufgestellt und mit Hühnerdraht umwickelt. Ab Sonnenaufgang konnten Gemeindeglieder ein solches Kreuz nun auch an diesem Ostersonntag wieder mit Blumen aus dem eigenen Garten geschmückt werden – ab Sonnenaufgang deshalb, weil das leere Grab Christi laut Bibel zu genau dieser frühen Uhrzeit entdeckt wurde.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Newsletter "Wesermarsch kompakt" der Nordwest Mediengruppe erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Hans-Jürgen Nemeyer aus Burhave und Hubert Helms aus Waddens sagten sofort ihre Hilfe zu und schreinerten die Kreuze für Burhave und für die Kirchengemeinde Waddens. Klaus Braje formulierte seine persönlichen Gedanken zu der Aktion, die man in kopierter Form auch am Kreuz mitnehmen konnte.

Das Kreuz ist für den Pastor der beiden Kirchengeinden nicht nur ein Symbol des Todes, sondern durch die Auferstehung auch ein Zeichen dafür, dass vor Gott der Tod nicht das Ende des Lebens ist.

Auch andere Kirchengemeinden griffen die Idee des Hoffnungskreuzes auf, etwa Abbehausen, Eckwarden und Stollhamm sowie Rodenkirchen in der Gemeinde Stadland. In Tossens gab es einen anderen Weg: Für Karfreitag und Ostern hatten Pastor Testa und Lektor Rudolf Klug Gottesdienste erarbeitet und in Schriftform an fast alle Gemeindeglieder verteilt und öffentlich ausgelegt.

Klaus Braje hätte derweil fast doch noch seine Ruhe verloren, als vergangene Woche plötzlich die niedersächsischen Kirchenoberen verlautbarten, man könne am Ostersonntag nach dem landesweiten ökumenischen Ostergeläut um 12 Uhr doch noch die Kirchen öffnen für ein stilles Gebet – allerdings nur unter Einhaltung aller Sicherheitsauflagen. „Da haben wir nicht mitgemacht“, sagt Klaus Braje. „Das verwirrt nur noch mehr. Bei den meisten Menschen hier kommt um die Zeit ja österliches Mittagessen auf den Tisch.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.