Burhave Einen Grund zum Feiern haben sie noch nie gebraucht, die Burhaver Narren. Aber wenn es schon mal einen gibt – umso besser. Tataah besteht 25 Jahre. Und zur Silberhochzeit herrscht am Freitagabend im Burhaver Rathaussaal ohne Umwege XXL-Stimmung. Dabei fängt alles erstaunlich ernst an.

Tataah-Präsident Reinhard Evers begrüßt die bunte Narren-Meute und schiebt direkt eine kurze Büttenrede hinterher. Und der Präsi wirft keinen Blick zurück auf 25 Jahre Tataah, er betrachtet die Gegenwart, die nach Thüringen und Hanau so gar nichts mit närrischem Frohsinn zu tun haben will. „Schließt du deine Augenlider, hörst du die alten Nazis wieder“ resümiert Reinhard Evers mit unverhohlen an die AfD gerichteter Kritik die Ereignisse der vergangenen Tage und Wochen.

Das mag ungewöhnlich erscheinen für den Auftakt einer Karnevalssitzung. Doch solche Themen dürfen und sollen auch in dieser Bütt ihren Platz haben. Ein mutiger Start also. Und – keine Sorge – gleich im Anschluss geht es weiter mit Stimmung und Spaß in lupenreiner Narrenmanier. Das Tataah-Tanzballett schmeißt in roten Uniformen gekonnt die Beine, provoziert Zugabe-Rufe. Die ersten Besucher stehen auf den Stühlen. Läuft. Später werden die Mädels noch in blau-glitzernden 20er-Jahre-Fummeln auftreten und erneut eine tolle Show abliefern.

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Als nächstes ist das Präsidium an der Reihe, wie immer besetzt mit Bewohnern des aktuellen Tataah-Tatorts – in diesem Jahr Hollwarden, und deren Vertreter greifen in passender Verkleidung Asterix und Obelix auf: Ganz Butjadingen ist vom Tourismus besetzt. Ganz Butjadingen? Nein. Die Hollwarder leisten tapfer Widerstand – dank ihres Hollwarder Wurtenschlucks. Man munkelt allerdings, es sei Alkohol im Spiel . . .

Karnevalsurgestein Gustav Harbers steigt unter dem Motto „besser einen Friesengeist als gar keinen Verstand“ als Profi-Boßler in die Bütt, empfiehlt sich direkt mal als Bürgermeister-Kandidat und malt sich, frei nach Rio Reiser, aus, was er machen würde, wenn er König vom Butenland wär’.

Apropos Bürgermeister-Kandidaten: Die Echten, Axel Linneweber und Olaf Michalowski also, sind auch im Saal. Märchenonkel Johann Evers ist es, der sie auf die Bühne holt und jedem ein Schweinchen überreicht – Glück, orakelt er, wird nur eines bringen.

Und so geht es Schlag auf Schlag weiter. Die Powerfrauen machen ihrem Namen alle Ehren, begeistern das Publikum mit rasend schnellen Kostümwechseln und zwei Rosis, die an Stangen tanzen und für einen Skandal im Sperrbezirk sorgen. Die neue Tataah-Geheimwaffe Tobias Bruncken reißt Witze, die noch keinen Bart haben, und lässt die Leute Tränen lachen. Die Blubberboys kalauern in einem Whirlpool, der gar keiner ist.

Die Flachlandpiraten sorgen für die nächste Rakete und Bulti + die Connys dafür, dass zu einer choreographierten Version von „Am Tag, als Conny Kramer“ starb“ der ganze Saal Gräber schaufelt und Glocken läutet. Als Zugabe gibt’s „Schunkeln ist scheiße“ – ein Song, der hiermit zum nie mehr zu verdrängenden Spitzenreiter der Tataah-Top-Ten erklärt ist.

Die Kellergeister lassen mit einer mitreißenden Show Jack Sparrows „Black Pearl“ durch den Saal segeln, ehe der Shantychor Rodenkirchen – wie immer gefeiert – und die Deichelfen – wie immer geliebt – den Sack zumachen. Eine Braut und der Burhave Zoo gewinnen am Freitag den Kostümwettbewerb, und die Chaos-Combo ist mit einer tollen Songauswahl weit mehr als nur schmückendes Beiwerk. Klatschen, pfeifen, trampeln und ein dreifaches Tataah – so geht Karneval.

War sonst noch was? Ja. Eine wunderbare Geste. Manfred Schmidthüsen, genannt Schmitti, saß bei der Chaos-Combo 20 Jahre lang am Schlagzeug. „Er lebt für Musik und für Karneval“, sagt Reinhard Evers. Zurzeit liegt Schmitti im Krankenhaus. Der ganze Saal überbringt ihm als Genesungswunsch eine tosende Video-Botschaft. Die dürfte besser helfen als jede Pille. Komm schnell wieder auf die Beine, Schmitti!


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Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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