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Burhave Wer beim Neptunsingen nur zufällig ins Rondell am Burhaver Strand kam, der dachte wahrscheinlich, dass er mitten in die Probe eines professionellen Chores geplatzt ist. Dabei sangen die rund 60 Männer und Frauen zum ersten Mal in dieser Besetzung zusammen. Zum 23. Mal hatten die Butjenter Gästeführer im Programm der Kunst- und Kulturwochen Gezeiten zum Neptun-Singen geladen. Es war wieder jeder willkommen, der mal in großer Runde singen wollte.

Renate Knauel moderiert

Durch den Abend führte die Leiterin des Gezeiten-Arbeitskreises, Renate Knauel. Für die Musik sorgten Hans Scheltwort am Akkordeon und Heinz Goretzki mit der Gitarre. Spontane Unterstützung bekamen sie von Manfred Schmidthüsen, der einen ganzen Koffer voller Mundharmonikas im Gepäck hatte. Er gesellte sich spontan zu den Musikern. „Du stiehlst uns ja die ganze Show“, scherzte Heinz Goretzki, der im Laufe des Abends Manfred Schmidthüsen immer wieder zum Mitmachen einlud, indem er die Tonart ansagte, so dass Manfred Schmidthüsen die entsprechenden Mundharmonika heraussuchen konnte.

Die weiteste Anreise hatte wohl die Familie Brückner. Das Paar mit zwei Söhnen stammt aus dem Landkreis Main-Spessart in Bayern und ist zurzeit auf Campingurlaub in Burhave. Die Familie hatte zufällig von der Veranstaltung gehört und sich entschieden, teilzunehmen.

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Aber auch den Butjentern machte das Neptunsingen Spaß. Stefan Moosdorf war schon mehrmals dabei. „Ich gehöre der Gruppe Butjenter Blinkfüer an und singe einfach gerne“, erzählte er.

Antje Gebauer war ebenfalls begeistert. „Es gefällt mir gut. Der Gesang ist sehr schwungvoll“, befand sie. Sie singt selbst im Frauenchor Intermezzo und war mit einer Gruppe ihrer Mitstreiterinnen zum Neptun-Singen gekommen. „Ich singe gerne. Deshalb bin ich jeden Dienstag im Chor. Wir freuen uns immer, wenn mehr Frauen dazukommen“, rührte sie gleich die Werbetrommel für den Frauenchor, der „alles querbeet“ singt. Antje Gebauer freute sich, beim Neptunsingen auch mal wieder die alten Volkslieder anzustimmen.

Ausgewählt hatte die Lieder Heinz Goretzki nach Vorschlägen von Renate Knauel. Die Lieder waren passend zum Thema „Wandlungen“, die das Programm der Kunst- und Kulturwochen in diesem Jahr bestimmen, ausgewählt.

„Die Gedanken sind frei“

Eine Wandlung könne eine Veränderung sein als auch im Sinne von wandern, also von Ort zu Ort wandeln, verstanden werden, sagte Renate Knauel. So waren neben Liedern wie „Die Gedanken sind frei“ und „Zogen einst fünf wilde Schwäne“, die sich mit politischem Wandel befassen, auch Wanderlieder wie „Auf, du junger Wandersmann“ oder „Das Wandern ist des Müllers Lust“, enthalten.

Zu den einzelnen Liedern hatte Renate Knauel kleine Anekdoten und Informationen zusammengetragen. Im Lied „Hohe Tannen“, das auch als das Rübezahllied bekannt ist, wird zum Beispiel der Fluss Iser erwähnt, der heute oft mit der Isar in Bayern verwechselt wird. Die Iser sei jedoch ein Nebenfluss der Elbe in Tschechien, der jetzt Jizera heißt, ließ Renate Knauel die Teilnehmer wissen.

Merle Ullrich Brake / Redaktion Brake
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