Brake Bis zum Parkplatz der St. Marienkirche stehen die Menschen, viele waren früh da, um sich einen Platz in der ersten Reihe zu sichern.

Nein, es geht nicht um einen der weihnachtlichen Gottesdienste. Die waren auch gut besucht, aber die mehr als 300 Gäste am Abend des ersten Weihnachtstages lockt etwas anderes in die Kirche: das ausverkaufte Weihnachtskonzert der Band Jonah.

Jonah, das ist hebräisch für Taube. Passend, wie Konzertorganisator Claus Plachetka findet, der auch in diesem Jahr wieder dafür sorgte, dass Angelo Mammone und Christian Steenken in ihrer Heimatstadt Brake ihr traditionelles Weihnachtskonzert geben.

Es sei die Schlichtheit der Musik, die Plachetka immer wieder begeistere und die so wunderbar zum Weihnachtsfest passe. Während dieser Worte warten Jonah schon im Vorraum der Kirche, drücken sich ein letztes Mal, bevor es los geht.

Unverstärkt, beim langsamen Schlendern durch das Kirchenschiff, legen Mammone und Steenken dann um kurz vor 21 Uhr los. Gebannte Stille umgibt den Auftakt, der erste Applaus wirkt wie ein „Endlich! Endlich seid ihr wieder da“, wirkt wie ein Willkommensgruß an die „verlorenen“ Söhne, um im biblischen Rahmen zu bleiben. Obwohl, wirklich „weg“ waren Sänger Mammone und Gitarrist Steenken eigentlich nie, auch wenn sie schon länger in Berlin wohnen.

Vergessen haben die „zwei Braker Jungs“, wie Mammone es ausdrückt, die Anfänge in Brake nicht. Immer noch präsent ist die Zeit, als sie am Weserstrand saßen und beschlossen, dass sie zusammen Musik machen und „davon auch noch leben“ wollen. Ein Weg, den Jonah mit zunehmendem Erfolg beschreiten – und dafür bedanken sich die beiden Musiker an diesem Abend mehrfach bei ihren Fans; nicht nur mit ihrer Musik, sondern auch in den Teilen zwischen den Liedern. Denn die Fans seien es, die unter anderem dafür gesorgt haben, dass die Musik von Jonah mehr als acht Millionen Mal bei Spotify, einem Internet-Musikanbieter, abgespielt wurde. Einer der Meilensteine des vergangenen Jahres.

„Es haut uns wirklich jedes Mal um“, sagt Angelo Mammone zum Beispiel und meint damit, wie schnell die Karten für das Weihnachtskonzert ausverkauft waren. Tatsächlich habe es schon eine Warteliste gegeben, als es noch gar keine Karten gab.

Aber zurück zur Musik: Begleitet von einer deutlich verbesserten, aber nicht zu aufdringlichen Lichtshow, singen Jonah an diesem Abend vor allem Stücke aus ihrem erst vor einem Jahr erschienenen Debüt-Album „Wicked Fever“. Egal ob eher seicht oder schneller und poppiger: Die Handschrift der beiden Musiker ist stets erkennbar und der Applaus des Publikums steigert sich von Stück zu Stück. Zum Ende des Konzerts gibt es dann noch ein besonderes Highlight: Ein kleiner Ausblick auf neue Lieder, erstmals live vor Publikum gespielt.

Für viele Gäste kommt das Ende des Konzertes dann auch viel zu schnell, doch das Braker Publikum weiß, wie es „ihre“ Band anspornen kann: Vier Zugaben „müssen“ Angelo Mammone und Christian Steenken geben, bevor die Zuhörer sie entlassen. Stehende Ovationen verstehen sich da von selbst.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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