Brake Mit dem Glücklichsein ist es wie mit dem Kekse backen: Man muss nicht nur wissen, dass man alle Zutaten schon beisammen hat, sondern auch, wie man daraus Kekse macht – oder eben Glück. Eine Erkenntnis, die jeder aus dem neuen Stück „Van nu an bün ik glücklich“ der Niederdeutschen Bühne Brake mitnehmen kann.

Werbegrafiker Jan, gespielt von Detlef Gerdes, ist an Heiligabend allein, frisch geschieden von Nicole (Susanne Eltner), sein Sohn Kai (Tobias Petershagen) ist auch eher ein Buch mit sieben Siegeln und selbst seine Geliebte Steffi (Sarah Harms) hat sich jemand anderen gesucht. Da braucht es schon viel Zuspruch und den besorgt er sich selbst: „Van nu an bün ik glücklich“, sagt er sich immer wieder und erzählt seine Gefühle und Gedanken seinem treuen Diktiergerät – beides Ideen seines Psychiaters.

Es ist also kein schönes, geschweige denn glückliches Fest der Liebe. Das ändert sich auch nicht, als nacheinander Ex-Frau, Ex-Geliebte, Sohn und der jüngst zum Bankräuber gewordene Vater von Jan (Jürgen Schenk) ihn in seiner Wohnung heimsuchen. Und dann hauen auch noch Jans Schildkröten Horst und Nicole ab. Charles Dickens hätte es wohl nicht dramatischer machen können.

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„Van nu an bün ik glücklich“ ist eine Komödie, die aber nicht an ernsten Elementen spart. Vor allem Detlef Gerdes, der zwischen all den Turbulenzen nach seinem Glück sucht, hat sowohl viel Text als auch viele Momente, in denen er Mitleid, aber auch Lacher hervorrufen muss. Es gelingt, auch weil mit dem Diktiergerät eine schöne Methode gefunden wurde, die Gefühle des Protagonisten zu Wort kommen zu lassen. Hinzu kommen Szenen wie der generationsübergreifende Boxkampf und die Vanillekipferl-Backorgie, die – symbolisch aufgeladen – den Weg Jans zum Glück (und einem ganzen Backblech voller Kekse) markiert. Denn, so viel sei verraten, sein Glück findet Jan am Ende. Und die „Geister der Weihnacht“, die ihn so unerwünscht heimsuchen, haben daran keinen geringen Anteil.

Dank der schauspielerischen Leistungen, die auch längere Gesprächsphasen des Stückes tragen, leidet und freut sich das Publikum mit dem gebeutelten Protagonisten durch diesen etwas absonderlichen Heiligabend. Bei der Premiere am Freitagabend gab es dafür beim letzten Vorhang begeisterten Applaus. Aber auch mit Szenenapplaus und Beifallsbekundungen sowohl für Bühnenbild als auch für Kostüme und andere Details geizte das Publikum nicht. Und auch die Schildkröten sind wieder sicher.


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Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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