Brake Angelo Mammone verschränkt die Arme hinter dem Kopf und blickt ungläubig ins Kirchenschiff der St.-Marien-Kirche. Es ist nicht das einzige Mal, dass der Sänger und sein Gitarrist Christian Steenken nach einem ihrer Lieder nahezu ungläubig ins Publikum blicken und den Applaus genießen. „Ich habe Gänsehaut“, sagt Mammone, der genau wie Steenken aus Brake stammt. „Wir stehen hier jedes Mal mit flatternden Beinen“, verrät der Sänger.

„Hier“, das bedeutet sowohl Brake als auch das traditionelle Weihnachtskonzert der Band „Jonah“. Seit einigen Jahren in Berlin beheimatet, hat das Duo seine Wurzeln an der Weser nie vergessen. Und sie wollen die Zeit auch nicht missen, als sie als Jugendliche am Weserstrand saßen, ihre ersten Auftritte im Duc D’Alben spielten und Schritt für Schritt von „Promises! Promises!“ zu Jonah wurden. „Ihr ward schon so früh am Start, wo wir heute sind, das haben wir euch zu verdanken“, sagt Angelo Mammone zu den 360 Zuhörern des ausverkauften Konzerts.

Seit ihr Lied „All we are“ vor zwei Jahren in einer Vodafone-Werbekampagne rauf und runter gespielt wurde, ist aber nicht nur Brake „am Start“, sondern ganz Deutschland. Allein beim Musik-Streamingdienst „Spotify“ hörten eine Million Menschen aus 61 Ländern die Musik des Duos. Und so ist es auch kein Wunder, dass das diesjährige Weihnachtskonzert, obgleich erst spät angekündigt, innerhalb von zwei Wochen ausverkauft war. Unter den Gästen viele Fans der ersten Stunde, aber auch viele „neue Gesichter“.

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Wie es sich für ein echtes musikalisches Heimspiel gehört, stört auch am Montag kaum etwas das Konzert. Nur die manchmal etwas zu hart ausgesteuerte Hintergrundmusik, die Gesang und Gitarre zu sehr überdeckt, trübt das Konzerterlebnis. Aber das ist im Gesamtpaket zu verschmerzen.

Zur Einstimmung spielt Elias Holthusen ein paar Stücke auf der Orgel, bevor „Jonah“ – traditionell durch den Zuhörerraum einlaufend – das Ruder übernehmen. Vor allem Lieder ihres aktuellen und ersten Albums „Wicked Fever“ haben die beiden „Braker Jungs“ mitgebracht. Ihrem Stil sind „Jonah“ die man getrost als „Coldplay von der Unterweser“ bezeichnen kann, treu geblieben. Mammones Gesang, Steenkens Gitarrenspiel und die eingängigen Melodien und Texte sind die Markenzeichen der Band.

Und das kommt bei den Fans, die sich übrigens aus allen Altersklassen zusammensetzen, gut an. Schon vor dem traditionellen Cover des Tom Petty Klassikers „Free Fallin“, das die Weihnachtskonzerte beschließt, gibt es stehende Ovationen für die beiden Musiker.

Aber als wäre ein stimmungsvolles, familiäres Konzert – ja, auch bei 360 Gästen hat der Auftritt noch familiären Charakter – nicht genug, gibt es von „Jonah“ noch ein ganz besonderes Dankeschön für die Fans in ihrer Heimat. „Die Plattenfirma hat nur gesagt: Das wird teuer“, verrät Angelo Mammone. Trotzdem bekommt jeder Gast das Debütalbum „Wicked Fever“ am Ende geschenkt. „Dank euch sind wir da, wo wir heute sind“, so Mammone – und die Gänsehaut ist wieder da und die Beine flattern.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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