Brake Angesichts der zu bewältigenden Anforderungen sei die Situation insgesamt noch nicht optimal, aber es zeige sich doch langsam ein Lichterstreif am Horizont, sagte Museumsleiterin Dr. Christine Keitsch am Mittwochabend auf der Jahreshauptversammlung des Vereins „Schiffahrtsmuseum der oldenburgischen Unterweser“ im Haus Borgstede und Becker. Die Stuhlreihen waren gut besetzt, es gab 30 Teilnehmer im Haus an der Breiten Straße 9.

Erstmals wurden ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich seit vielen Jahren im Schifffahrtsmuseum engagieren, geehrt. Schatzmeister Gerd Bielefeld und der stellvertretende Vorsitzende Uwe Ritter gratulierten Joachim Ziewitz. Die Ehrungen für Onno Ficke, Heino Paradies, Willy Jahn und Erwin Wagner werden nachgeholt.

Über die Erhöhung der Betriebskostenzuschüsse durch den Landkreis Wesermarsch und durch Kommunen ist es dem Schiffahrtsmuseum der oldenburgischen Unterweser gelungen, eine halbe Stelle „Technischer Dienst“ einzuwerben. Die Stellenausschreibung ist nach den Worten von Museumsleiterin Dr. Christine Keitsch bereits erfolgt, bislang aber noch ohne Resonanz. Eine zusätzliche Mitarbeiterin kümmere sich im Umfang von acht Wochenstunden um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Auch die Depot-Situation hat sich verbessert. Die Firma J. Müller stellt einen geeigneten Raum zur Verfügung. In der alten Feuerwache an der Hafenstraße werden ebenfalls zwei Räume bereitgestellt. Eine Entzerrung von Museumsarchivraum und verschiedenen Arbeitsplätzen kann dadurch bewältigt werden.

Die Fülle an musealen Aufgaben hat nach Christine Keitschs Worten stetig zugenommen. Auch kleinere Häuser müssten sich an Maßstäben orientieren, um auch weiter Fördergelder zu erhalten. Daher bestimme das Thema „Museumsgütesiegel“ bereits seit Herbst 2018 die Arbeit. Bis September müssten jetzt auch sämtliche Konzepte überarbeitet beziehungsweise erstellt und der Kommission vorgelegt werden.

Die Erneuerung des erstmals 2011 erlangten Gütesiegels ist sehr wichtig fürs Schiffahrtsmusem der oldenburgischen Unterweser. „Für die Zukunft werden Fördermittel der großen Stiftungen zunehmend davon abhängig gemacht“, sagte die Museumsleiterin. Das Gütesiegel bestätige die qualitativ hochwertigen Standards in der musealen Arbeit, die sich unter anderem an den Richtlinien des Deutschen Museumsbundes orientiere.

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Um das Gütesiegel zu erhalten, muss das Museum sicher auf finanzieller Grundlage stehen. Das ist der Fall, wie Schatzmeister Gerd Bielefeld ausführte. Zwar war das Museum 2016 in eine zunehmende Schieflage geraten, nicht zuletzt durch die Reduzierung des Betriebskostenzuschusses durch die Stadt Brake. Anträge auf Erhöhung seien mittlerweile aber von den Kommunen Brake und Elsfleth sowie dem Landkreis Wesermarsch bewilligt worden. „Damit kann unser Haus für die nächsten Jahre etwas gelassener in die Zukunft blicken“, sagte Keitsch.

Die Museumsleiterin vermeldete eine weitere erfreuliche Nachricht. Im Rahmen des Projekts Kulturnetzwerk Friesland/Wesermarsch sei in Zusammenarbeit mit der Oldenburgischen Landschaft und dem niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur eine weitere Stelle geschaffen worden. Die im Museum angesiedelte Netzwerkstelle fungiere als Knotenpunkt für eine Verbesserung „der Vernetzung der Museen innerhalb des Museumsverbundes Wesermarsch mit anderen Kultureinrichtungen der Region und der Touristik“. Für die Stelle wurde Kirsten Lüpke gewonnen. Sie wird für zwei Jahre von der Oldenburgischen Landschaft finanziert. Im Anschluss soll der Landkreis die Stelle übernehmen. Start ist am 1. Juli.

Ein weiteres Projekt ist im Werden. Dabei handelt es sich um Sanierungsarbeiten im Haus Elsfleth, für die rund 80 000 Euro zu Buche stehen. Die Finanzierung der Fenster-, Dach- und Außenwandsanierung sei weitgehend geklärt, so Christine Keitsch. Das Projekt sei Leader-förderfähig (50 Prozent der Gesamtsumme), Förderzusagen gebe es von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und von Wesermarsch in Bewegung.

Wegen Schäden durch Hitze und Starkregen im vergangenen Jahr hätten bereits Notfallreparaturen durch Eigenmittel erfolgen müssen. Ein Ausstellungsraum mit Decken- und Wandgemälden war nach ihren Worten durch eindringende Feuchtigkeit bedroht. „Wir hoffen, dass das Projekt bis zum Sommer abgearbeitet ist“, sagte Christine Keitsch. Die Arbeiten erfolgten in enger Abstimmung mit der Landes- und Kreisdenkmalpflege.

Die Versammlung wurde von Uwe Ritter geleitet. Der Vorsitzende Professor Dr. Klaus-Jürgen Windeck hatte aus persönlichen Gründen kurzfristig absagen müssen. Uwe Ritter leitet den Fachdienst Schulen und Kultur beim Landkreis Wesermarsch und übernahm den stellvertretenden Vorsitz für Landrat Thomas Brückmann, der gleichfalls nicht teilnehmen konnte. Dem auf drei Jahre gewählten Vorstand gehören neben Klaus-Jürgen Windeck noch Schriftführer Torsten Rückoldt, Schatzmeister Gerd Bielefeld und als stellvertretender Vorsitzender Uwe Ritter (für den Landrat) an.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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