Brake Bei so schönem Sonnenschein, wie die letzten Tage, lohnt es sich gleich doppelt, ein wenig durch die Innenstadt oder an der Kaje entlang zu spazieren. Neben den kleinen Geschäften links und rechts der Breiten Straße und den Binnenschiffen auf der Weser ist dem ein oder anderen vielleicht mal eine Statue oder ein Wandbild aufgefallen. Doch wie heißen diese schon fast versteckten Sehenswürdigkeiten der Stadt Brake und welche Geschichte verbirgt sich dahinter? Die NWZ hat sich mal auf den Weg gemacht um das herauszufinden.

Der Fischer

Die erste Statue, die wohl jedem direkt ins Auge springt, wenn man durch die Innenstadt flaniert, ist der Fischer. Diese Statue wurde 1996 vom Steinmetz Olaf Renken aus Granit gehauen. Auftraggeber war der Förderverein „Braker Stadtwald“. „Eine Los-Aktion im Famila lief dermaßen gut, das sie die Einnahmen der Innenstadt zugute kommen lassen wollten“, sagt Renken. Schon damals gab es das Problem, das die Kaufkraft in der Innenstadt nachließ. Mit einer Statue versuchten sie dagegen vorzugehen. „Sie machten sich Gedanken und fanden, ein Fischer würde gut zu Brake passen“, sagt Renken. Aus einem neun Tonnen schweren Granitblock schuf er in drei Monaten am alten Bauhof den Fischer, der selbst sechs Tonnen schwer ist.

Mit dem Bauamt wurde geklärt, wohin die Statue soll. Dann wurde die Statue mit einem Gabelstapler in die Innenstadt transportiert. Damals war an dem Standort ein Parteibüro der SPD. „Kurze Zeit später kam dort ein Café rein“, sagt Renken. Weil die Figur genau vor dem Café stand, entschied sich der damalige Betreiber es Fischer Café zu nennen. Daraus hat sich dann eine eigene Geschichte entwickelt, wie Renken selbst weiß: Viele dachten, das Café habe die Statue dort aus Werbezwecken aufgestellt, „alle dachten, das ist eine super Aktion“.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Dänischer Anker

Wenn man dann weiter Richtung Kaje läuft, fällt direkt die nächste Sehenswürdigkeit auf: Ein drei Tonnen schwerer Anker, der neben dem Thelegraph aufgestellt wurde. Er gehörte zum dänischen Linienschiff „Christian VIII“, das am 5. April 1849 vor Eckenförde von schleswig-holsteinischen Küstenbatterien versenkt wurde. „Das ist eine Leihgabe vom Deutschen Museum in München“, sagt Wilfried Sagkob, der seit zehn Jahren als Stadtführer Touristen durch Brake führt. Dabei hatte der Anker auch einen geschichtlichen Bezug zum ersten Befehlshaber der Reichsflotte, der ersten gesamtdeutschen Marine, Karl Rudolf Brommy. „Der Brommy hatte nur marode Schiffe, die mussten erstmal repariert werden“, sagt der 74-Jährige. „Und dieser Anker wurde bei einem Schiff als Ballast genommen, damit das Schiff auch entsprechend im Wasser liegen konnte. Deswegen die Verbindung zwischen Brommy, Brake und dem Anker.“

Kleiner Anker

Ein weiterer Anker ist an der Schleuse zu finden, wenn man links an der Kaje entlang auf der Straße Schleusendeich läuft. Dort steht er auf einem gepflasterten Kreis, in schlichtem Schwarz gehalten, nur hier und da lassen sich ein paar Rostspuren entdecken.

„Der kleine Anker, ist praktisch beim Ausbaggern der Weser mit hochgekommen. Man weiß nicht zu welchem Schiff er gehört hat, es hat sich kein Eigentümer gemeldet“, erklärt der 74-Jährige. „Wahrscheinlich auch, weil der Angst hatte, die Bergungskosten aufgebrummt zu kriegen“, vermutet der Stadtführer.

Das Soldatendenkmal

Ebenfalls am Telegraphen ist ein Denkmal aufgestellt, das nach dem 1. Weltkrieg erstellt wurde: Das Soldatendenkmal. Geschaffen wurde es vom Bildhauer Hans Damman aus Berlin-Grundwald, enthüllt wurde es am 2. Oktober 1927. Der Soldat, mit einem Lorbeerkranz in der Hand soll an die etwa 300 Braker erinnern, die im 1. Weltkrieg gefallen sind. 1952 wurd die Inschrift des Denkmals abgeändert, um auch an die Toten des 2. Weltkriegs zu erinnern.

Der Obelisk

Ein weiteres Kriegsdenkmal befindet sich vor der Stadtkirche. Ein Obelisk, der an die Toten des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 erinnern soll. Errichtet wurde er am 2. September 1873. Laut dem Stadtführer wurden die Toten des Deutsch-Französischen Kriegs durch den Obelisk geehrt. Bei dem Soldatendenkmal wiederum „hat man gemerkt, dass das nichts Gutes ist. Das ist zum Nachdenken. Die Einstellung ist total anders geworden“, so Sagkob.

Soeke Heykes Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.