Brake Andreas Hoppes Leidenschaft sind die Wölfe. Wie faszinierend er die Raubtiere findet, schildert er in seinem Buch „Die Hoffnung und der Wolf“, das in diesem Jahr erschienen ist. Im Untertitel stellt der 59-Jährige die Frage „Wollen wir mit unseren neuen Nachbarn leben?“

Der ehemalige Tatort-Kommissar „Mario Kopper“ stellte sein Buch am Freitagabend auf Einladung der Buchhandlung Gollenstede in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund Wesermarsch im Fischerhaus in Brake vor. Mit 70 Zuhörern war diese Lesestätte an der Mitteldeichstraße „bei diesem polarisierenden Thema“, wie Andreas Hoppe zu Beginn anmerkte, voll besetzt.

Wer noch den schlacksigen Tatort-Kommissar in Erinnerung hat, musste sich an diesem Abend nicht umgewöhnen: Wie ein liebenswerter Trapper aus Jack Londons Roman „Wolfsblut“ wirkte der gebürtige Berliner, eine Stetson-Base-Cap zierte sein Haupt den ganzen Abend über. Sein Outfit passte perfekt: Denn Andreas Hoppe sang kein Loblied auf den Wolf, sondern befasste sich kritisch mit dem sensiblen Thema Mensch und Tier. Allerdings gab er zu bedenken, ob „wir die Krone der Schöpfung sind“ und ob wir uns anmaßen dürften, über das Schicksal anderer Lebewesen zu bestimmen. „Ich bin kein Wolfsexperte“, schränkte er bewusst ein. Aber die Tiere würden ihn schon seit längerer Zeit interessieren.

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Es war eine packende Lesung mit starken und ungewöhnlichen Bildern, die der Autor entstehen ließ. Die Schilderung über seinen Aufenthalt bei Indianern in Nordamerika konfrontierte die Zuhörer zum einen mit einer fantastischen Landschaft, zum anderen mit dem Schicksal der „First Nation“, die über Jahrhunderte im Einklang mit der Natur lebte, die aber unter dem Diktat des „weißen Mannes“ litt und immer noch leidet. „Ich möchte nicht ohne Natur leben“, sagte der Autor. Michael Endes Phantasien in „Die unendliche Geschichte“ sei wohl vergangen, man nähere sich Tolkiens Mittelerde in „Der Herr der Ringe“. Was Andreas Hoppe damit meinte, betonte er sogleich: Er sorge sich um den Verlust des Respekts vor der Natur.

Sein Buch ist kein einseitiges Plädoyer für den Wolf. „Es ist ein Wesen unserer Welt, ich heule mit ihm. Gebt ihm eine Chance“, sagt er zwar. In seinem außergewöhnlichen Buch beleuchtet Andreas Hoppe in einer lyrischen und zugleich kraftvollen Sprache aber mehrere Aspekte. Zur Artenvielfalt gehöre der Wolf, erwähnte er. „Ich schätzte das Tier. Und was machen wir jetzt“, fragte er in die Runde. Der Herdenschutz, da war man sich einig, müsse verstärkt werden, um mit dem neuen Nachbarn leben zu können.  Vor dem Beginn der Veranstaltung hatten Heiko Schmidt, Vorsitzender des Landesschafzuchtverbands Weser-Ems, sowie Vorstandsmitglied Dieter Voigt vor dem Fischerhaus demonstriert. Mit Banner „Wir machen Deiche sicher: Ein Wolf – kein Schaf – kein Deich – kein Land – kein Leben“ wiesen sie auf die Situation der Schafzüchter hin. Der Nabu-Vorsitzende Franz-Otto Müller betonte anschließend bei der Lesung: „Wir haben in der Wesermarsch kein Wolfsproblem.“

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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