Brake „Die Überraschung ist perfekt“, sagte Pastor Karl-Heinz Vorwerk angesichts der vielen Menschen, die ihn bei seinem letzten Gottesdienst in der St.-Marien-Kirche am Sonntag begleiten wollten. Der 75-Jährige war zuvor bereits von den Kindern und Mitarbeitern des Montessori-Kindergartens begrüßt worden. Dem scheidenden Pastor wurden dabei schon Geschenke überreicht.

Nach 23 Jahren in Brake geht Karl-Heinz Vorwerk in den verdienten Ruhestand. Er wechselt seinen Wohnsitz nach Oldenburg und wird dort weiterhin als Gehörlosenseelsorger des Bistums Münster Gottesdienste feiern. Zu seiner Verabschiedung gab es in der Kirche keine freien Sitzplätze mehr. Zahlreiche Gottesdienstbesucher mussten sich im hinteren Bereich des Gotteshauses mit Stehplätzen begnügen. Der Einzug in die Kirche erfolgte mit den Messdienern und Vertretern des Gemeindekirchenrates. Mitarbeiter der Kirchengemeinde hatten die Kirche geschmückt und alles für die bevorstehende Verabschiedung vorbereitet.

Karl-Heinz Vorwerk war sichtlich bewegt. Die Ehrenamtlichen der Kirche zeigten auf, was der Pastor in all den Jahren geschaffen hat. Sie nannten beispielhaft den ökumenischen Neujahrsempfang, bei dem Pastor Vorwerk das eine und das andere Mal sein komödiantisches Talent zum Besten gab; den Frühschoppen, das Gehörlosentreffen, die Sternsinger und das Pfarrfamilienfest. Für all das, was der Pastor in St. Marien eingeführt hatte, platzierten die Mitarbeiter ein Papierschiffchen vor einem großen Anker, dem Wahrzeichen der Kirche. „Zeigst du auf einen, zeigen drei auf dich“, hieß es unter anderem. Seine große Beliebtheit und sein Engagement für alle Belange in und rund um die Kirche wurden hier eindrucksvoll dargestellt.

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In Gebärdensprache

Während Pastor Vorwerk den vielen lieben Worten lauschte, übersetzte er alles parallel dazu noch in Gebärdensprache. „Ich danke euch und freue mich, dass ihr so viel in Erinnerung behalten habt“, meinte er abschließend. In seiner Predigt widmete sich Pastor Vorwerk dem bekanntesten Buch von Antoine de Saint-Exupéry. In seiner Erzählung „Der kleine Prinz“ kritisiert der französische Autor den Werteverfall der Gesellschaft und plädiert für Freundschaft und Menschlichkeit. Karl-Heinz Vorwerk widmete sich am Beispiel des kleinen Prinzen dem Thema Vertrauen.

„23 Jahre sind genug, auch wenn der Abschied schwer fällt“, resümierte er, „doch die Gemeinde braucht auch neue Gesichter.“ Seinem Nachfolger wünschte er viel Arbeit, denn das sei ein Zeichen für Lebendigkeit. Pastor Karl-Heinz „Calle“ Vorwerk dankte allen, die ihn in all den Jahren besonders begleitet haben. „Ihr habt mir mein Priestersein leicht gemacht, ich durfte hier viel Freude erleben und habe mich hier sehr wohl gefühlt.“

Tolle Gespräche

Christoph Wand, Gemeindekirchenratsvorsitzender, lobte Pastor Vorwerk für seine Toleranz, für seine Offenheit, für die vielen tollen Gespräche und für die Gelassenheit. „Sie haben in einer Sprache gesprochen, die die Gemeinde versteht.“ Dass dem Geistlichen das Wohl der Gemeinde stets am Herzen lag, bekräftigte auch Brakes Bürgermeister Michael Kurz. „Bei allem haben Sie sich freundlich lächelnd durchgesetzt.“

Für die Musik sorgte der Chor „New Voices“ unter der Leitung von Christoph Hartz. Nach weiteren Grußworten traf man sich danach zu einem Begegnungsfest und einem gemütlichen Beisammensein im Gemeindehaus.

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