Brake Im roten aufgeblähten Segel klafft ein großes Loch. Der Skipper steht einsam an der eisernen Pinne und hält zuversichtlich seinen Kurs. Er ist standhaft. Mit „Vertrauen“ hat der Bildhauer Thorsten Schütt sein Kunstobjekt aus Pflaumenbaum, Eiche und Eisen betitelt. Und wer die am Mittwochabend eröffnete Ausstellung im Braker Rathaus besucht, wird auf weitere skurrile Schiffe des 1963 in Itzehoe geborenen freischaffenden Künstlers treffen.

Kultur soll im Rathaus Tradition werden. Es soll ein Kulturort sein, der nach den Worten des Bürgermeisters Michael Kurz einer breiten Öffentlichkeit zugänglich ist. Mit den beeindruckenden Kunstobjekten von Thorsten Schütt jedenfalls kann er zuversichtlich sein, dass sich dieser Wunsch erfüllt. „Ich hoffe, dass viele Menschen die Ausstellung besuchen“, sagte Michael Kurz.

Kunst im Rathaus

Geöffnet ist das Braker Rathaus, Schrabberdeich 1, montags von 8 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 15.30 Uhr. Dienstags können die Kunstwerke von Thorsten Schütt in der Zeit von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 15.30 Uhr besichtigt werden. Am Mittwoch ist das Rathaus von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Donnerstags sind die Kunstwerke von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 15.30 Uhr zu bewundern, freitags von 8 bis 12 Uhr.

Die Ausstellung in den Räumen am Schrabberdeich 1 ist der Auftakt für eine mehrtägige Kunstaktion an der Braker Kaje. Thorsten Schütt, der als freischaffender Bildhauer tätig ist und schon an verschiedenen internationalen Symposien teilgenommen hat, organisiert in diesem Jahr das 2. Internationale Braker Bildhauertreffen, das am Sonntag, 18. August, um 11 Uhr an der Kaje eröffnet wird. Bis zum 24. August werden dort neben Thorsten Schütt die Künstler Lara Steffe (Italien) und Dominique Renaud (Frankreich) am Material Holz arbeiten.

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Einen Überblick über sein Schaffen gab Thorsten Schütt am Mittwoch im Rathaus. Er arbeite seinen Gedanken hinterher und fühle sich wohl dabei, merkte er an. Seine Objekte würden in Harmonie entstehen. Und während ein Künstler im Atelier lieber allein sein möchte, so böte sich an der Kaje die Gelegenheit, mit Menschen in Kontakt zu treten und ihnen zu zeigen, dass „Künstler offen sind“. Interessierten könne man so einen anderen Blick auf die Kunst vermitteln. „Es öffnen sich Kanäle im Geiste“, so Thorsten Schütt, der mit seinem Glauben nicht hinterm Berg hält: „Kommunizieren verhindert Kriege.“

Jede Emotion spiele bei seiner Kunst eine Rolle, erklärt der Bildhauer. Und so kommt seine Liebe zu den hölzernen Schiffchen, die mit Nagel und Draht bestückt und meistens verschweißt sind, nicht von ungefähr. Der Künstler stammt aus einer Seefahrerfamilie. Ein Verwandter starb beim Untergang der „Pamir“ im September 1957, sein Vater war Kapitän und Segler, er selbst stand ebenfalls hin und wieder am Ruder.

Holz und Eisen, seltener Stein und im Winter Eis: Thorsten Schütt ist vielseitig. Sein Kunstwerk „empty“ beispielsweise, ein aus massivem Nussbaum gearbeitetes, filigranes, wabenähnliches Objekt, lässt Raum für Inspirationen. „Es lassen sich gute Gedanken hineinlegen“, so Thorsten Schütt.

Die Gedanken sind frei, heißt es. Und so sticht dann auch der „Sportsegler“ mutig in See, bewegt sein Schiff aus Moortanne, Eiche und Eisen selbstsicher durch die Elemente, zur Freude des aufmerksamen Betrachters.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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