Abbehausen Labskaus ist neben Grünkohl das Nationalgericht der Butjenter. Für den Ellwürder Bürgerverein ist es seit 1969 Tradition, im Spätherbst jeden Jahres zum Labskausessen, und zum Genießen und Klönen in den Abbehauser Dorfkrug einzuladen. Plattdeutsches Theater ihrer Spielschar und die Ehrung von treuen und verdienten Mitgliedern gehören dann ebenso dazu wie Gurke und Spiegelei.

Am Sonnabendabend war es im gut gefüllten Dorfkrug-Saal wieder einmal so weit: Der Bürgervereinsvorsitzende Norbert Hartfil begrüßte den Ehrenvorsitzenden Waldemar Wippich und seine Frau Irmgard sowie die Ehrenmitglieder Gudrun und Karl-Heinz Strudthoff und Silvia und Jürgen Naumann, alle Gäste und die Jubilare. Es sei, so Norbert Hartfil, heute nicht mehr selbstverständlich, frei nach dem Motto „Einmal Bürgerverein – immer Bürgerverein“ der Gemeinschaft ohne Wenn und Aber die Treue zu halten. „Immer mehr Menschen denken erst einmal an sich selbst und schließen sich nur dann einer Gemeinschaft an, wenn sie sich davon einen ganz konkreten persönlichen Vorteil versprechen. Darunter leiden viele Vereine.“

Norbert Hartfil drehte das Rad der Zeit um 25 Jahre zurück. Damals war Werder Bremen deutscher Meister, Helmut Kohl Bundeskanzler, und die Gruppe Milli Vanilli war schwer angesagt. Damals traten aber auch Christine Behrens, Martha Golz, Hildegard Hecken, Angelika und Karl-Heinz Holznagel, Christiane und Wolfgang Kirschke, Hanni und Arthur Neckritz, Karin und Lothar Speckels und Harm-Peter de Reese dem Bürgerverein bei.

Ehrennadeln

Der Vorsitzende bat sie nach vorn, um ihnen persönlich Blumen zu überreichen und die Ehrennadeln anzustecken. Norbert Hartfil: „Ohne Gefummel ist die Ehrung nicht so schön.“ Entschuldigt hatten sich Inga und Helmut Bergstädt, Conny Faehse, Anke und Rolf Kloppenburg, Ursula und Wolfgang Lukat, Britta und Jörg Naumann, Rudi Ripke, Roswitha Tantzen und Alke de Reese.

Weitere 15 Jahre zurück – Willi Brandt war Kanzler, der FC Bayern München Meister und Gilbert O’Sullivan führte mit „Get Down“ die Charts an – traten Waltraud und Gerold Frerichs, Helga und Ernst-Otto Kruse sowie Margitta und Dieter Oonk bei. Norbert Hartfil dankte ihnen mit einem Blumenstrauß. Entschuldigt hatten sich Helma und Dieter von Minden sowie Ursula und Dieter Wilkens.

Vor 50 Jahren bestimmten der Postraub in England die Schlagzeilen, Freddy Quinn sang „Junge komm bald wieder“, John F. Kennedy besuchte Berlin, und in den Ellwürder Bürgerverein wurden Günter Petershagen, Käte und Helmut Rosenbohm, Jürgen Wippich sowie Hela und Paul Hussmann und Heinz Lübben aufgenommen.

Für ihre 60jährige Mitgliedschaft dankte Norbert Hartfil Alice Lübben. Seine besondere Anerkennung galt zudem den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern Torsten Lange, Horst Milotta, Andrea Rosenau, Birgit Steinhardt und „dem Mann für alle Fälle“, Karl-Heinz Strudthoff.

Danach hieß es: Vorhang auf für die Ellwürder Spielschar um Anke Hartmann, Jürgen Klockgether, Jens Ratschke, Melanie Spohler und Stefanie Weißler und für die Premiere von Hanna Freys Schwank „Dartig Sekunnen“.

Turbulente Szenen

Für turbulente Szenen sorgte Frührentner Kalle mit seiner Neigung zu ausgefallenen Hobbys. Als ein Reporter bei ihm auftaucht, um einen Beitrag zu schreiben, kommt es zu einem folgenschweren Missgeschick: Der durstige Zeitungsmann bedient sich aus einer Mineralwasserflasche, die ein von Kalle erfundenes Pflanzenwachstumsmittel enthält. Dieses Elixier löst beim Reporter zunächst einen Langzeitschlaf und dann merkwürdige Bewusstseinsveränderungen aus. Das Spiel der Laienschar erntete viele Lacher und kräftigen Applaus.

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