Nordenham Die Wirklichkeit ist der Ausgangspunkt. Das Sichtbare verarbeitet Gabriele Dodel zu Bildern, in denen sie ihre ganz eigene Wahrnehmungsebene zum Ausdruck bringt. „Manchmal entsteht dann scheinbar etwas Zufälliges, Überraschendes und Ungeahntes“, sagt die Künstlerin aus Weyhe. Sie zeigt 17 ihrer Acrylmalereien in einer Ausstellung des Kunstvereins Nordenham. Eröffnet wird die farbenstarke Bilderschau, die den Titel „Hommage an Frida K. und Anderes“ trägt, an diesem Sonnabend.

Inspiriert von „Frida K.“

Mit „Frida K.“ ist die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo gemeint. Die 1954 im Alter von 47 Jahren gestorbene Malerin hat mit ihrem ebenso eindrucksvollen wie außergewöhnlichen Lebenswerk das Schaffen von Gabriele Dodel entscheidend geprägt.

Ein 1943 entstandenes Selbstportrait der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo BILD: dpa
Ein 1943 entstandenes Selbstportrait der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo BILD: dpa

Ausstellungseröffnung am Sonnabend

Zur Eröffnung der Ausstellung am Sonnabend, 23. März, ab 17 Uhr im Alten Rathaus hält der Bremer Kulturjournalist Dr. Rainer Beßling einen einführenden Vortrag. Ab 19 Uhr wird der Film „Frida“ gezeigt.

Frida Kahlo lebte von 1907 bis 1954. Aufgrund einer Kinderlähmung und eines Verkehrsunfalls war sie schwer behindert.

Besonders inspirierend war für die 68-jährige Weyherin die öffentliche Präsentation der Kleiderkammer, die Frida Kahlos Ehemann Diego Rivera bis zum 50. Todestag seiner Frau unter Verschluss gehalten hatte. Als die Schränke und Schubladen geöffnet wurden, kamen mexikanische Trachten, Schmuck und Schuhe, aber auch Prothesen und Stützkorsetts zum Vorschein. Mit den bunten, indianischen Gewändern hatte Frida Kahlo ihre körperliche Gebrechlichkeit zu verbergen versucht und sie gleichzeitig zu einem Teil ihrer Kunst gemacht.

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„Mir geht es darum, die Gleichzeitigkeit von Malen Leiden und dem Schmücken des geschundenen Körpers zu zeigen“, sagt Gabriele Dodel. Für sie ist das Nachempfinden des künstlerischen Wirkens von Frida Kahlo auch ein Nachempfinden ihrer Lebensfreuden und -leiden.

Im Alten Rathaus stellt sie neun Bilder in verschiedenen Formaten aus, die als eine große Ehrerbietung an Frida Kahlo zu verstehen sind. Gabriele Dodel hat den Arbeiten bewusst keine Einzeltitel gegeben, weil sie alle zusammen als eine Hommage an die mexikanische Künstlerin wirken sollen.

Metamorphose

Zudem zeigt Gabriele Dodel einen fünfteiligen Zyklus, der in ausdrucksstarken Bildern die Metamorphose eines Schmetterlings nachempfindet. Grundlage dieser Malereien sind mikroskopische Fotografien des Biologen Paul Starosta. Der besondere Reiz der Makrodarstellung ist für die Künstlerin, den Wandel des Daseins einzufangen. „Die Veränderung ist das Einzige, was im Leben sicher ist“, sagt Gabriele Dodel. Nach ihrem Verständnis zielt Kunst auf eine Verunsicherung und eine Infragestellung des Seins ab. Diese Nähe zur Philosophie spiegelt sich in ihren Arbeiten wider.

Drei weitere Bilder, die Gabriele Dodel mit nach Nordenham gebracht hat, sind gemalte Betrachtungen der Weserinseln Langlütjen I und II. Zwei dieser Acrylgemälde waren bereits in einer Sonderausstellung des Kunstvereins zu sehen.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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