Bis zum 29. April

Die Bilder sind noch bis zum 29. April in der Galerie zu sehen – und zwar mittwochs, donnerstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr. Besucher sollten sich Zeit nehmen, die kurzen Gedichte in Ruhe zu lesen, um das Gesamtkunstwerk verstehen zu lernen.

Fünf Ausstellungen mit Arbeiten von Gerhard Hermanns hat die Galerie am Wehlhamm schon gezeigt: „Wattenvorland“, „Letzte Landschaften“, „Gaia“, „Flora“ und ein Künstlerbuch mit Illustrationen zu Gedichten von Siegfried Marquardt.

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Hermanns‘ Kunst vereinigt Gedichte aus Südosteuropa und Holzschnitte auf einem Blatt. Die Arbeit ist sehr aufwendig.

Von Klaus Turmann RUHWARDEN - Einem kleinen Kreis von Kunst- und Lyrik-Interessenten haben die Galeristin Silke Trolldenier und der Künstler Gerhard Hermanns aus Dithmarschen am Sonntag dessen jüngsten, unvollendeten Zyklus von Werken zu osteuropäischen Gedichten vorgestellt. Schon zum sechsten Mal stellt Gerhard Hermanns in Ruhwarden aus – diesmal unter dem Titel „Holzgesänge“.

Seit 1998 hat Hermanns gut dreißig Blätter produziert, aufwendige Werke, die ein Gedicht als Text präsentieren und mit bildlichen Elementen interpretieren. In einem Werkgespräch mit der Galeristin und Gästen erläuterte er, wie er als Student an der Werkkunstschule mit Lyrik und deren Interpretation in Kontakt kam. Seitdem ist er der „Lyritis“ verfallen.

Seit 1968 beschäftigt sich der lange als Musterzeichner in der Textilindustrie beschäftigte Künstler mit dem Holzschnitt, dessen Theorie und Praxis er seitdem durchdrungen und sich zur Perfektion angeeignet hat. Fasziniert folgten die Galeriebesucher seinen Schilderungen des Arbeitsprozesses bei der Anfertigung eines solchen Bildes. Nach dem Erstellen einer Zeichnung beginnt er mit dem Aussuchen der passenden Tischlerplatte. Härte, Maserung und andere physische Eigenschaften beeinflussen das Bild. „Meine Bretter“, sagt der Künstler, haben in sich bereits Eigenschaften der Darstellungen, die später aus ihnen herausgearbeitet werden. Entsprechend kann die Auswahl dauern.

Dann wird das Bild Schicht für Schicht in das Holz geschnitten. Auf die jeweils fertig gearbeitete Schicht wird die Farbe aufgetragen. Selbstverständlich ist die Mischung der Farbe ebenso bedeutend wie deren Qualität. Ist das Holz mit Farbe gesättigt, druckt er sie von Hand auf das Papier. Dieses ist in eine Vorrichtung eingespannt, durch die sichergestellt wird, das es bei jedem Druckvorgang genau in der gleichen Lage zum Druckstock ist.

Über das endgültige Bild entscheiden nun die Art des Papiers, das schnell oder langsam Farbe aufnehmen kann, diese intensiv oder gedämpft wiedergibt, und das Instrument des Druckes, das aus Holz, Kunststoff oder Metall bestehen kann und Konturen der Holzoberfläche in unterschiedlicher Weise sichtbar macht.

Heinz Schüler, der selbst bereits mehrere Ausstellungen in Ruhwarden hatte, bemerkte dazu, dass die Anfertigung eines Holzschnittes so aufwendig sei wie das Malen von zehn bis zwanzig Aquarellen. Zudem muss sehr genau geplant und sehr sorgfältig gearbeitet werden, da Korrekturen fast unmöglich sind: weggeschnittenes Holz ist nun einmal verloren. Und Hermanns stellt von jedem Blatt nur fünf bis sieben Exemplare her.

Bei der aktuellen Ausstellung stehen seine Bilder in innigem Verhältnis zu Gedichten, deren Mehrzahl die Schrecken des Balkankrieges Anfang der Neunzigerjahre zum Thema haben. Um die liebevoll ins Deutsche übersetzten Texte gleichgewichtig neben die Bilder zu stellen, hat Hermanns sich die Kooperation eines Handsetzers gesichert, der diesen aussterbenden Beruf für das Hamburger Druckerei-Museum noch ausübt.

Schrift, Schriftgröße, Neigung und Anordnung der Sätze sind entsprechend fast ebenso sorgfältig komponiert wie das gesamte Blatt.

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