Berne Einfach genial. Klasse! So kennt man sie. Absolut begeistert waren die Zuschauer am Freitagabend in der Berner Kulturmühle. Malte und Behrend Ibbeken feierten dort mit ihrem ersten abendfüllenden Programm „Selbstdarstellung ist der erste Weg zur Besserung“ Premiere. Vor dem „feuchtfröhlichen“ Einstieg in zwei äußerst amüsante Stunden nutzte die Vorsitzende des Kulturmühle-Programmbeirats, Ramona Kruse, aber erst einmal die Gelegenheit, den Musikern für den Fall, dass das der Beginn einer fulminanten Bühnenkarriere wird, das Versprechen abzunehmen, sie in zehn Jahren hier wiederzusehen.

Da das Musikkabarett so schnell ausverkauft war, dass zwei Tage später eine ebenfalls ausverkaufte Zusatzvorstellung angesetzt wurde, hätten sie sich zur Verstärkung Titus Schlüter mit seiner E-Gitarre dazu geholt, scherzten die Brüder. „Der spielt gut Gitarre, singt gut und redet zum Glück nicht so viel. Sonst würde der Abend zu lang.“ Doch dagegen hätte das Publikum, das am Ende lautstark nach Zugaben forderte, sicher nichts gehabt.

Morgens, mittags, abends saufen, Hauptsache Alkohol – Lieder, die gerne mitgegrölt, aber kaum hinterfragt werden, habe man zum Bewusstmachen der Texte einfach mal in einen anderen Kontext gesetzt, hieß es als Warnung bevor es mit dem ersten Titel los ging.

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Egal, ob unter „der Gürtellinie“, wie sicherheitshalber im Vorfeld bei „Margarete“ entschuldigt , im fetzigen Rhythmus bei „Leergut ist voll gut“ das Ruder umschwenkend auf die „positiven“ Seiten des Trinkens oder bei blöden Fragen im Internet, nach denen man nicht lange suchen muss – die Lachmuskeln des Publikums wurden auf eine harte Probe gestellt. Mit wilden Potpourris, bei denen die atemlose Helene Fischer mit den Toten Hose oder den Red Hot Chili Peppers gemixt wurde, bei jazzigem, eingedeutschtem Wolkensprechgesang, A-Cappella , einer ganz neuen Version des kleinen grünen Kaktusses als „Traumaverarbeitung“ oder auch mal melancholisch in Moll bewiesen Titus Schlüter, Malte und Behrend Ibbeken an allen möglichen Instrumenten mit genauso viel Humor wie Spielfreude ihr musikalisches Talent.

Den Höhepunkt gab’s aber zum Schluss: Eine Hymne, die die Ibbeken-Brüder für Berne geschrieben haben, und die bei den Zugaben neben Anderem mit geschwenkten Handytaschenlampen (Feuerzeuge wären zu gefährlich gewesen) lautstark mitgesungen wurde. Nach stehendem Applaus und donnerndem Fußgetrampel klang die gelungene Premiere gesellig im Erdgeschoss der Kulturmühle aus.

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