Berne Als einziger seines Geschlechts dürfte sich der „Quotenmann“ an der Technik unter den rund 100 Frauen in der ausverkauften Berner Kulturmühle ziemlich einsam gefühlt haben. Aber sicher hatte der Abend mit seiner gelungenen Mischung aus fachkundigen Blicken auf die aktuelle Lage von Frauen, Geschichtlichem, Musik, Kulinarischem oder Lustigem auch ihm etwas zu bieten.

Das Team der Kulturmühle, das dieses Frauenfest seit 2006 abwechselnd mit der Gemeinde organisiert, hatte dafür mit Unterstützung der Frauenfrühstücksrunde und dem DGB ein tolles Programm auf die Beine gestellt, das sowohl zum Nachdenken als auch zum Lachen einlud.

Stefanie Hanft war die erste, die Moderatorin Ramona Kruse sich freute ansagen zu können. In Berlin sei der Frauentag erstmals ein Feiertag. „Leider hat man das zugunsten des Reformationstages in Niedersachsen nicht durchsetzen können“, bedauerte die Berner Gleichstellungsbeauftragte. Sie kritisierte die hiesige „Rosa- und Blauunterteilung“ vom Babyjäckchen bis zum Schulranzen und kommentierte Influencer, von denen die männlichen über Sport und die weiblichen über Schönheit in sozialen Netzwerken posten. Dabei kam sie zu dem Schluss: Wäre wahre Gleichberechtigung nicht, wenn Frauen in Ämtern genauso inkompetent wie Männer sein könnten? Jeder solle auf seine Weise glücklich anstatt gleich auf eine Geschlechterrolle festgelegt zu werden, so das Fazit der Gleichstellungsbeauftragten.

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Anschließend ging Dr. Bettina Graue mit dem Publikum auf Zeitreise. Die Juristin der Bremer Arbeitnehmerkammer erinnerte daran, dass 1918 Frauen das erste Mal wählen durften. 90 Prozent nutzten diese Chance und sorgten mit ihren Stimmen so aus dem Stand für einen 9,6 Prozent weiblichen Anteil in der Nationalversammlung der Weimarer Republik. Mit gerade 30 Prozent ist der Frauenanteil in der heutigen Regierung leider auch nach so langer Zeit noch weit von einer Ausgeglichenheit entfernt, führte die Referentin weiter aus.

Emely Monka lockerte den Abend mit eigenen und gecoverten Liedern auf und Poetry Slamerin Rita Abel machte sich ihre Gedanken über den Tussi-Terror mit Blick auf Frauenzeitschriften beim Friseur, renitente Verkäuferinnen in Parfümabteilungen und neue Begriffe für Gleichgültigkeit.

Zu den Höhepunkten zählte auch das Büfett, das das emsige Kulturmühle-Team aufgebaut hatte. Eine besondere Überraschung war die neue Tür, durch die es erstmals direkt durch den noch nicht ganz fertiggestellten Zwischengang von der frühlingshaft geschmückten Kulturmühle ins Maschinenhaus ging. So hatten die Besucherinnen ausreichend Platz, um die liebevoll hergerichteten Köstlichkeiten entspannt zu genießen und zu diskutieren.

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