Berne „Prost, liebe Sangesschwestern“ – oft wurde beim Berner Frauengesangsverein „Sing mit!“ angestoßen, denn die Frauen verband nach 36 gemeinsamen Jahren weitaus mehr als nur die Liebe zur Musik. Doch der Anlass dieses Mal war ein trauriger: Schweren Herzens wurde der Verein nach einstimmigem Beschluss aufgelöst.

Abgezeichnet hatte sich dieser Schritt schon seit langem. So wie vielen anderen Vereinen gelang es auch dem Gesangsverein nicht, Nachwuchs zu finden. Krankheiten und Todesfälle ließen die Zahl der einst mehr als 30 aktiven Sängerinnen immer mehr zusammenschrumpfen. Am Ende waren es noch zwölf Mitglieder, die dem Chor fast alle seit seiner Gründung angehörten.

„Damit war es weder möglich, zweistimmig zu singen, noch einen Chorleiter zu finden“, erklärte Ingeborg von Thülen-Rehse. Sie übernahm vor zwölf Jahren den Vorsitz. „Außerdem fehlte ein Probenraum. Alles aus den Beiträgen der wenigen Mitglieder zu stemmen geht nicht“, fügte Christa Praekel hinzu, die seit der Gründung im Jahr 1983 die Kasse führte.

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Von der Pop-Musik bis zum Volkslied reichte das Repertoire, das zuerst Helga Grebenstein und anschließend Gabi Stolzenburg-Mühr als Chorleiterin mit den Frauen einstudierte. Viel war man in den Anfangsjahren zusammen mit den singenden Männern der Berner Liedertafel unterwegs. Unvergessliche Erinnerungen an Auftritte auf dem Weihnachtsmarkt in Quedlinburg, Celle und an vielen anderen Orten sind so entstanden. Sogar in der Dresdener Semper-Oper habe man schon gesungen, hieß es, um direkt darauf lachend klarzustellen: aber nur auf dem Flur.

Die Sängerinnen schmetterten auf Berner Dorffesten oder einmal im Jahr als ganz große Gruppe im Harle-Weser-Chor, dem Zusammenschluss aller Chöre, die Gabi Stolzenburg-Mühr dirigiert, ihre Lieder. Viele Jahre war der Weinstand auf dem Berner Ollenfest fest in der Hand des Frauengesangsvereins. Gerne wurde aber auch auf bunte Nachmittage oder Weihnachtsfeiern mit lustigen Sketchen zurückgeblickt, auf Geburtstage angestoßen und immer wieder viel gelacht.

Aber nun ist das letzte Protokoll von Schriftwartin Doris Nipper geschrieben. Alle haben bei der schriftlichen Wahl bezüglich der Vereinsauflösung, zu der die Vorsitzende und ihre Stellvertreterin Christa Schwarting die Sangesschwestern aufforderten, zugestimmt. Das Restvermögen des gemeinnützigen Vereins geht an die Johanniter, erklärte die Kassenwartin.

Ganz aus den Augen verlieren wollen sich die langjährigen Vereinsgefährten aber auch in Zukunft nicht. Alle vier Wochen soll sich getroffen werden, so der Plan.

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