Abbehausen Riesenapplaus für die illustre Laienspielschar im rappelvollen Saal des Abbehauser Dorfkrugs hat es nach zweieinhalb Stunden Lachmuskeltraining bei der Premiere „De vearmte Arvonkel“ am Mittwochabend gegeben. Etwas Bammel hatten die Akteure der Abbuser Spoaßmoaker vor dem Urteil ihrer Theaterfans nach den großen Erfolgen ihrer Schenkelklopfer in den vergangenen Jahren und den daran geknüpften Erwartungen natürlich schon. Zumal die Generalprobe tags zuvor allem Aberglauben zum Trotz ungewöhnlich perfekt klappte. So stand die Frage im Raum: Ist das noch toppen? Doch, es ist!

Nur noch wenige Karten für „De vearmte Arvonkel“

Auf der Bühne wirken Claudia Böltes, Katharina Fokken, Waltraut Frerichs, Dieter Jantzen, Ingeborg Laverenz, Ute Löning, Ralf Müller, Helmut von Nethen, Rieke Müller, Helmut von Nethen, Arne Pauls, Frank Pieperjohanns und Wilhelm Willms mit.

Regie führt Reiner Gebauer. Für die Technik sorgt Norbert Hoffmann. Für Bühnenbild und Bühnenbau zeichnen Sabine Lindemann und Helmut Bergstädt verantwortlich. Als Souffleuse unterstützt Karin Schindler im Fall der Fälle. Für die Maske der Schauspieler ist Horst Rebmann zuständig. Als Inspizienten gehören Hannelore Hoffmann, Gerold Frerichs und Michael Schindler zum Team.

Die weiteren Termine: Alle Abendaufführungen am 5., 6., 12., und 13. Januar, die Theaterkaffeenachmittage am 7. und am 14. Januar sowie das Theaterfrühstück am 8. Januar sind bis auf wenige Einzelkarten ausverkauft. Nur für das zweite Theaterfrühstück, das am Sonntag, 15. Januar, stattfindet (Frühstück: 10 Uhr, Spielbeginn: 11 Uhr) sind noch mehrere Karten in der Vorverkaufsstelle im Landhotel Butjadinger Tor in Abbehausen erhältlich.

Dabei war der Schwank aus der Feder von Erich Koch durchaus auch aus anderer Sicht eine Herausforderung für die Spieler gewesen – Spieler, die im nächsten Jahr übrigens ihr Zehnjähriges feiern werden und dann sogar noch einmal draufsatteln wollen: Zwölf Rollen waren diesmal zu besetzen, durchweg Rollen mit sehr eigensinnigen Charakteren. „Für ein plattdeutsches Theater ist das ungewöhnlich viel“, gesteht der Regisseur Reiner Gebauer. Doch über 50 Übungsabende – seit Anfang September jeweils zweimal wöchentlich ohne Wenn und Aber und nach ungezählten Leseproben zuvor – sollten da wohl helfen.

Turbulent und lustig

Die Geschichte vom verarmten Erbonkel kam eher traditionell daher. Wie gewohnt, angerührt mit etwas Klamauk und en beten Liebe, bannig viel Herz, aber auch mit Schimp und Brass und – natürlich – Turbulenzen im Minutentakt. Es ging um die beiden zänkischen Schwestern Irene und Dagmar, die hochverschuldeten Besitzerinnen der beiden Dorfkneipen „Weißer Ochse“ und „Roter Ochse“, und um ihre Männer Wilhelm und Hugo, die eher schusselig alles hinnehmen, was ihre Frauen aushecken. Es ging um die Familie Fliegenfänger, die Urlaub machen will, und dann um den vermeintlich gut situierten Onkel Paul, auf den alle Hoffnungen ruhten. Der hätte alles richten können. Doch dann klopfte der Onkel verarmt an die Tür und suchte Unterschlumpf.

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Die richtige Würze fand das Stück durch die slapstickbetonte Gestik und durch die ausgesprochen witzige Mimik, die das Spiel der Spoaßmoaker immer wieder in ganz besonderem Maße auszeichnet.

Auf dem Höhepunkt im dritten Akt schüttete Gloria, Gast im „Roten Ochsen“, dem Fliegenfänger-Sohn Rolf den Inhalt des Nachttopfes über den Kopf. Und die Zuschauer johlten. Natürlich gab’s dann auch das erwartete Happy End, als eine Rechtsanwältin dem Arvonkel die schöne Nachricht brachte, dass sein Geld doch nicht verloren sei.

Als sich der Vorhang schloss, hatten die Akteure der Abbuser Spoaßmoaker bannig viel gute Laune in den Saal gezaubert. Ein herzhafter, lang anhaltender Applaus war ihnen sicher.

Zwischen den Jahren

„Regisseur Heinz Schweers hatte seinerzeit bei der Gründung der Spoaßmoaker die Idee gehabt, für die Aufführungen genau die Spielzeiten auszugucken, die alle anderen Bühnen im Umkreis meiden“, erinnert sich Reiner Gebauer. Das ist „die tote Zeit“ zwischen Weihnachten und Neujahr, und das sind die ersten Tage im neuen Jahr. „Die Idee kam spitze an. Von Jahr zu Jahr wurde es bei den Aufführungen enger im Saal“, erzählt Reiner Gebauer. Der erfolgreiche Kartenvorverkauf für das aktuelle Stück „De vearmte Arvonkel“ ist einmal mehr ein Beleg für diese pfiffige Terminierung.

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