Nordenham Wer kennt nicht die Namen der ersten Stars der klassischen Musik wie zum Beispiel Franz Liszt, Frederic Chopin oder Niccolò Paganini? Allen gemeinsam ist die nachweislich außergewöhnliche Virtuosität auf ihrem jeweiligen Instrument.

Gerade im 19. Jahrhundert, zu der Zeit als die romantische Musik ihren größten Beliebtheitsgrad hatte, tourten diese außergewöhnlichen Musiker mit meist emotional aufwühlenden und technisch bis an die Grenzen der Spielbarkeit gehenden Kompositionen durch die damalige Musikszene.

Auch heute fallen einzelne Musiker durch herausragende Fähigkeiten auf und sind weltweit auf Tournee. Einer dieser international angesehenen Stars der klassischen Musik gastierte Donnerstagabend mit seinem Begleiter am Klavier, Jure Gorucan, anlässlich der Kammermusik-Abende der Nordenhamer Goethe-Gesellschaft in der Aula des Gymnasiums Nordenham.

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Die Rede ist von dem erst 25 Jahre alten Violinisten Roman Kim. Gerade aus China eingetroffen, brachte er – wie erwartet – ein vorwiegend romantisch geprägtes Proramm auf die Bühne.

Bereits bei den ersten Tönen der viersätzigen Sonate für Klavier und Violine Nr. 5, F-Dur, komponiert von Ludwig van Beethoven (1770 bis 1827), wurde deutlich, wie fein differenziert er und sein kongenialer Begleiter am Klavier die sehr unterschiedlichen Stimmungen gestalten können.

Mal temperamentvoll, in höchsten Höhen jauchzend, mal verhaltend: diese Sonate wurde von den beiden jungen Musikern organisch und klangschön durchlebt.

In dem gleich anschließenden Cantabile, opus 17 der La Campanella aus dem Violinkonzert Nr. 2, opus 7 und den Variationen über God Save The King von Niccolò Paganini (1782 bis 1840) ließ Roman Kim die Faszination des romantischen Virtuosentums wieder aufleben.

Mit unglaublicher Leichtigkeit und durch eine Brille mit dicken Gläsern von den Ablenkungen durch die Außenwelt abgeschirmt, bot der junge Ausnahmeviolinist alles spieltechnisch Mögliche und scheinbar Unmögliche auf seinem Instrument.

So tanzte der Bogen auf unterschiedlichste und rasend schnelle Weise über die Saiten. Dann wiederum wurden die Saiten mit der linken Hand gezupft und gleichzeitig eine andere Stimme mit dem Bogen gestrichen oder auch mehrstimmige Passagen im Flageolettregister hervorgezaubert.

Das Publikum war fasziniert und begeistert. Selbst die komplexe polyphone Sonate Nr. 4 für Violine und Klavier, c-Moll, BWV 1017, aus der Feder von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) wirkte dagegen fast wie eine Erholung.

Standing Ovations und ein nicht endend wollender Applaus erwirkten noch zwei Zugaben aus dem eigenen Schaffen von Roman Kim, der zur Zeit an der Musikhochschule in Köln Komposition studiert.

Seine beiden in Nordenham präsentierten Romanzen in B und in Ges bestachen durch die romantische Ader und melodiöse Tiefe, die gerade durch die Authentizität des Interpreten einen ganz besonderen Charakter erhielt.

Nach knapp zwei Stunden sehr komplexer Musik war auch für den 14-Jährigen Ömer Sayan, der die verantwortungsvolle Aufgabe des Notenumblätterers am Klavier vorbildlich übernommen hatte, ein äußerst beeindruckendes Konzert grandios beendet.

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