Rodenkirchen Mit einer Andacht in der St.-Matthäus-Kirche wird am Sonntag, 26. Mai, ab 10 Uhr die Ausstellung „Bauern, Kirchen, Friedhöfe“ in der Hengsthalle eröffnet. Professor Dr. Uwe Meiners, der Leiter des Museumsdorfs Cloppenburg, hat die Ausstellung am Mittwochmittag abgenommen.

Meiners ist es zu verdanken, dass die Ausstellung und das ihr zugrunde liegende Forschungsprojekt von Professorin Dr. Christine Aka von der Universität überhaupt zustande gekommen sind. Das Museumsdorf Cloppenburg ist nämlich keineswegs nur für das Oldenburgische Münsterland zuständig, sondern für ganz Niedersachsen. Seinen Schwerpunkt sieht es in Weser-Ems.

Und da war die Wesermarsch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Zwar liegen hier wissenschaftliche Studien über die früheren sozialen Verhältnisse vor, aber die Sachkultur – also repräsentative Zeugnisse des Alltags von Häusern über Möbel bis zu Einrichtungsgegenständen – kann hier nur sehen, wer Augen dafür hat. Das ist beispielsweise in Ostfriesland ganz anders, wo die Zeugnisse historischen Reichtums für jedermann zu sehen sind.

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Deshalb soll die Ausstellung in der Hengsthalle die Augen öffnen für die verborgenen Reichtümer der Wesermarsch. Erster Ansatzpunkt der Forschungen waren Schriftstücke und Möbel, die im Museumsdorf Cloppenburg aufbewahrt werden. Diese Sammlungen sind Meiners‘ Vorgänger Dr. Helmut Ottenjann zu verdanken, der sie vor rund 30 Jahren in einem Forschungsprojekt vor der Vernichtung bewahrte.

Lange geforscht

In dieser Sammlung begann Christine Aka ihre zweieinhalbjährige Forschungsarbeit. Die Schriftstücke und Möbel führten sie zu Bauernhöfen in der Wesermarsch. Viele Nachkommen der in den Schriftstücken erwähnten Bauern ließen Christine Aka auf ihre Höfe und öffneten ihre Archive. Aus diesen Funden destillierte Christine Aka eine Sozialgeschichte der Wesermarsch anhand ihrer Schriftstücke und ihrer Alltagskultur von 1650 bis heute, die sie in einem 450-seitigen Katalog zur Ausstellung systematisch zusammenfasste.

Allein das Forschungsprojekt kostete 130 000 Euro – Geld, das die Stiftung Niedersachsen aufbrachte. Die Ausstellung kostet nach Schätzungen von Uwe Meiners 40 000 Euro. Dieses Geld gaben das Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die LzO-Stiftung Wissenschaft und Kultur, die LzO, die Oldenburgische Landschaft und der Landkreis Wesermarsch.

Die Ausstellung enthält etwa 80 Exponate, die zum großen Teil von privaten Sammlern wie dem Rodenkircher Rainer Tiesler stammen, aber auch aus dem Museum Nordenham. Vier Monate lang war sie in der Münchhausen-Scheune des Museumsdorfs Cloppenburg zu sehen, zweite und letzte Station ist bis zum 4. August die Hengsthalle.

Gästeführer geschult

Damit sich den Besuchern die untergegangene Welt hinter der Ausstellung erschließt, haben sich 15 Gästeführer schulen lassen.

Seit Februar hat die Ländliche Erwachsenenbildung (LEB) als nicht gewinnorientierter Bildungsträger diese Arbeit geleistet. Die Kunsthistorikerin Dr. Natalie Geerlings hatte dafür ein anspruchsvolles Programm mit insgesamt 33 Unterrichtsstunden zusammengestellt. Professor Dr. Karl Ernst Behre vom Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung informierte über die Geschichte unseres Naturraums, Dr. Michael Schimek, Leiter der bauhistorischen Abteilung des Museumsdorfs Cloppenburg, sprach über die Baugeschichte der Wesermarsch, Kreispfarrer Jens Möllmann über die Kirchengeschichte und Christine Aka über Konzept und Aufbau der Ausstellung. Den Schlusspunkt bildete ein Praxisseminar mit der Kommunikationstrainerin Katharina Stralendorff.

Der Verbund der Raiffeisenbanken in der Wesermarsch unterstützte diese Fortbildung mit 1500 Euro.


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Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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