GROSSENSIEL Seit Hape Kerkeling in seinem Buch „Ich bin dann mal weg“ die Abenteuer über das Pilgern in spanischen Gefilden beschrieben hat, ist es vielen Landsleuten ein Anliegen, ihm nachzueifern. Aber warum denn gleich nach Spanien? Einmal im Jahr gibt es auch in Nordenham einen guten Anlass zum Pilgern. Ziel ist dann nicht Santiago de Compostela, sondern die Halle 4 in Großensiel, wenn dort „Rock am Hafen“ angesagt ist.

So machte sich am Sonnabend wieder einmal ein langer Besucherstrom auf den Weg in Richtung Stadtsüden. Das Bootshallenkonzert mit der Nordenhamer Band Prime Time hat sich zu einem Kultereignis entwickelt und auch jetzt bei seiner vierten Auflage rund 1000 Musik- und Partyfans angelockt.

Diesmal standen zum Auftakt von „Rock am Hafen“ jedoch Newcomer auf der Bühne. Auch wenn sie sich vor dem großen Auftritt recht gelassen gaben, war den Braincops die Nervosität anzumerken. Doch schon der erste Song ließ alles vergessen und zauberte den jungen Musikern ein Grinsen in die Gesichter.

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Singende Zwillinge

Die gut ausgewählten Songs, das instrumentale Können und der zweistimmige Gesang der Zwillinge Vivien und Celine Carstens brachen sofortig das Eis. Elias Zehl an den Drums spielte auf wie ein ganz Großer, auch wenn er hinter der riesigen Schießbude ein wenig verloren aussah. Finn Kramer und Joris Wegner an den Keyboards boten den richtigen Soundteppich, während Phil Schaffarzyk cool die Saiten seines Basses bearbeitete. Das Publikum genoss die poplastigen Songs. So war es kein Wunder, dass es noch frenetisch nach Zugaben rief.

Der weitere Abend gehörte dann aber den Lokalmatadoren von Prime Time. Lautstark schallte ihr Intro durch die Halle und sog quasi das Publikum zur Bühne. Hell zuckende Feuerbälle schossen meterhoch zur Decke, während Tommy Maréchal und Diana Schmidt in bester Rockermanier mit einem Motorrad in die Halle gefahren kamen. Mit diesem furiosen Beginn startete ein insgesamt nicht minder beeindruckender Konzertabend.

Prime Time als Urgestein der Nordenhamer Musikszene zeigte auch dieses Mal wieder, warum die Formation zu den begehrtesten Top-40-Bands hier im Norden gehört. Gute drei Stunden lang – mit einigen Unterbrechungen zum Verschnaufen für Band und Publikum – rockte sich das Septett quer durch die Charts von heute, von gestern und auch von morgen.

Stimmgewaltiges Duo

Diana Schmidt und Tommy Maréchal bildeten wieder das Duo an den Mikrofonen. Stimmgewaltig und gut gelaunt trotzen sie den immer mehr ansteigenden Temperaturen. Jörg „Fete“ Eilers wusste nicht nur durch sein exzellentes Gitarrenspiel, sondern auch durch seine berühmt-berüchtigten Ansagen zu gefallen. Michael „Neff“ Ehré und Raphael Funk gaben an den Drums und den weiteren Percussionsgeräten alles. Bei gefühlten Hochofentemperaturen hämmerten sie auf ihre Instrumente ein – beeindruckend. Cool und locker zeigten sich dagegen Dave Kramer am Bass und Sven Kretschmer an den Keyboards. Die beiden sorgten für ein starkes Rhythmusbrett.

Ein gelungener Abend geht leider auch irgendwann zu Ende. Die gut gelaunte Pilgerschar zog von dannen, doch „Rock am Hafen 2011“ lässt auf einiges hoffen. Wie Fete Eilers zur Begrüßung sagte: „Dieses Jahr werden wir den Grundstein für ,Rock am Hafen 2016’ legen. Die jungen Wilden werden heute nämlich die Halle rocken, und das lässt auf vieles hoffen!“ Mit den jungen Wilden meinte er natürlich die Braincops. Ihnen gehört die Zukunft.

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