Nordenham Für den Festakt zum 125. Geburtstag des Rüstringer Heimatbundes hatten die Ruhwarder Saitenhiebe ein Musikstück einstudiert, das kaum passender sein konnte. Sie stimmten das „Rüstringer Lied“ an, das der Marschendichter Hermann Allmers 1892 dem Verein zur Gründung gewidmet hatte. „Das ist unser Lied“, kündigte Heimatbund-Vorsitzender Hans-Rudolf Mengers den Friesensang aus alten Zeiten an. Die rund 120 Gäste in den Weserterrassen freuten sich über diese gelungene Überraschung.

Bei der Feier am Freitagnachmittag führte der 2. Vorsitzende Alexander Schuhr durch das Programm. Er betonte, dass sich der Heimatbund in den 125 Jahren „prächtig entwickelt“ habe. Das sahen die Redner, die anschließend das Wort ergriffen, genauso. Sie alle lobten die Verdienste des Vereins für die Heimat- und Brauchtumspflege. Dabei wurde das ehrenamtliche Engagement besonders hervorgehoben.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Björn Thümler bescheinigte dem fast 1500 Mitglieder zählenden Verein, traditionsbewusst und gleichzeitig offen für Neues zu sein. Dem Heimatbund sei es zudem zu verdanken, dass die plattdeutsche Sprache wieder an Beliebtheit gewinnt.

„Gedächtnis der Region“

Als Vertreterin der Oldenburgischen Landschaft war die SPD-Landtagsabgeordneten Karin Logemann eingeladen. Weil sie aber nicht dabei konnte, trug ihre dem Bundestag angehörende Parteifreundin Susanne Mittag die Grußworte vor. Sie würdigte den Rüstringer Heimatbund als eine der wichtigsten Kulturvereinigungen im Oldenburger Land und als „Gedächtnis der Region“. Gerade in der globalisierten Welt von heute nehme die Bedeutung von Heimat immer mehr zu. Den Einsatz aller Aktiven im Rüstringer Heimatbund bezeichnete Karin Logemann als vorbildlich.

Auch der Wesermarsch-Landrat Thomas Brückmann sparte nicht mit Lob für das Geburtstagskind. Mit seinen vielfältigen Aktivitäten und nicht zuletzt mit der Betreuung des kreiseigenen Mühlenmuseums in Moorsee leiste der Verein eine tolle Arbeit.

Der Nordenhamer Bürgermeister Carsten Seyfarth machte deutlich, das dass Wissen über die Heimat und deren Geschichte unverzichtbar für die Identitätsbildung sei. Das gelte besonders auch für junge Leute. Er verheimlichte nicht, dass nicht wenige Menschen dem Begriff Heimat distanziert gegenüber stünden. Der Rüstringer Heimatbund trage dazu bei, dieses Misstrauen abzubauen, indem er „das Thema modern und zeitgemäß angeht“.

Im Namen des Niedersächsischen Heimatbundes gratulierte dessen Vorsitzender Professor Dr. Hansjörg Küster. In dem Dachverband sei der Rüstringer Heimatbund „einer unserer allerwichtigsten Vereine“. In der heutigen Zeit habe das „Nachdenken über die Heimat eine sehr große Aktualität“.

Silberne Ehrennadel

Ein besonderes Geschenk hatte die Vorsitzende des Heimatbundes De Spieker mitgebracht. Sie überreichte Hans-Rudolf Mengers die silberne Ehrennadel des Spiekers und bedankte sich bei ihm für die großen Verdienste zum Erhalt der niederdeutschen Sprache – natürlich auf Platt.

Die Festrede hielt der Historiker Professor Dr. Dietmar von Reeken aus Oldenburg. Über seinen Vortrag wird die NWZ in ihrer Ausgabe am Montag berichten.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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