Nordenham „Ein toller Anblick. Autos, die ich sah, als ich noch klein war. Da geht einem richtig das Herz auf… Veteranen, und sie haben alle irgendwie ihren ganz eigenen Charakter… Es ist schon so wie auf einer kleinen Zeitreise.“ Ein wenig mit Wehmut begrüßte Bürgermeister Carsten Seyfarth die etwa 350 Asphaltveteranen, die ihre blank polierten, chromblitzenden Karossen auf dem Marktplatz vielen Hundert Autonarren während der 18. Nordenhamer Oldtimer-Tage darboten.

Und bei noch mehr Hundert Spaziergängern und Bummlern am verkaufsoffenen Sonntag in der Fußgängerzone wurden Erinnerungen an ein vermeintlich schöneres Gestern wach. An vielen Sammlerstücken prangte das unvermeidliche Hinweisschild mit der Bitte: „Anschauen ja, Anfassen nein.“ Denn die historischen Fahrzeuge haben nicht nur einen beachtlichen Wert, sondern sie sind auch das Ein und Alles, der ganze Stolz ihrer Besitzer, die ihnen jede freie Minute opfern, die ständig mit dem Staubtuch an ihnen herumwienern, die oft die notwendigen Ersatzteile selbst und mit viele Liebe in irgendeiner Museumsschmiede mit eigener Hände Arbeit feilen.

Oft werden die Besitzer mit ihren Unikaten dabei auch eins und schlüpfen ins Outfit ihrer Besitzer von anno dunnemals. So beispielsweise Heinrich und Erika Rohlf aus Haltern am See im Münsterland mit ihrem Ford A Tudor Sedan. Vor 22 Jahren kaufte sich der 77-jährige Maschinenbaumeister und Schweißer, der auch fünf alte Schlepper und Mähdrescher zu seinem Fundus zählt, den 40 PS starken Oldtimer anno 1928 aus Mexiko.

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„Schon vier- oder fünfmal bot man mir horrende Summen für meinen Ford,“ erzählte er. „Doch verkaufen? Das wäre ein Verbrechen!“ Heinrich und Erika Rohlf kamen so authentisch rüber, dass sie von der Jury des Oldtimer-Tage-Teams prompt mit dem „Fashen-Cup 2016“ ausgezeichnet wurden.

Originell original drauf waren auch Hartmut Fröhlich und Eike Steen, die, in zünftiger Bekleidung und mit altem Kinderwagen, ihr Schmuckstück während der Show anlässlich des Sonntagseinkaufs in der Gehstraße liebevoll neben einem altbackenen Warndreieck ausstellte. Es war ein Peugeot 301D, Baujahr 1935, 35 PS stark und stolze 100 km/h schnell.

Beide hatten die Jury übrigens auch überzeugt. Sie erhielten am Sonnabend den „Fashen-Cup 2016“ zum Abschluss der Oldtimer-Rallye, die Initiator Ingo Ehmann in Zusammenarbeit mit dem Verein Nordenham & Marketing (NMT) seit sechs Jahren gemeinsam mit dem Motorsportclub Rodenkirchen (MSC) organisiert.

75 Fahrzeuge nahmen diesmal daran teil. Die Tour führte über Großensiel, Enjebuhr, Seefeld und Nordpol bis zur Hahnenknooper Mühle, wo gemeinsam zu Mittag gegessen wurde. Dann ging es über Phiesewarden und Rahden zum Kaffeetrinken im Handwerkerhof. Der Parcours endete schließlich nach 75 Kilometern wieder auf dem Marktplatz.

Bei der Endauswertung hatten in der Kategorie Motorräder Rainer und Carola Wessels (Nordenham) sowie Willi Siebenberg (Bad Karlshafen) die Nase vorn. In der Kategorie Autos siegten Thomas Hartmann und Veronika Ostendorf (Esenshamm) vor Eske und Axel Spiekermann (Brake) und Volker von Horn und Udo Hollmann (Ganspe).

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