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Brake Graue Wolken, kalter Wind und uralte Grabsteine, wohin man schaut – ein Friedhof ist nicht unbedingt ein Ort zum Wohlfühlen. Doch beim genaueren Hinsehen kann man interessante Geschichten und kunstvolle Arrangements entdecken. Für den Chronisten Hans Wiechmann und den Künstler und Autor Eckhard Berger ist vor allem der Friedhof in Hammelwarden eine Fundgrube an historischen und künstlerischen Besonderheiten.

„Das ist wirklich einer der schönsten Friedhöfe im Oldenburger Land“, betont Berger. Da stimmt ihm der 80-jährige Hans Wiechmann zu, der gegenüber dem Friedhof aufgewachsen ist. „Ich habe die Schicksale einiger Personen, die hier liegen, erforscht. Einige fehlen mir aber noch“, erzählt er.

Neben reichen Kaufleuten und früheren Pastoren liegt an der Friedrichskirche auch die wohl bekannteste Persönlichkeit Brakes begraben: Carl Rudolph Bromme, genannt Admiral Brommy. „Gestorben ist er 1860 in Lesum. Der Leichnam kam mit einem Schiff nach Brake“, erzählt Hammelwarden-Chronist Wiechmann. Unter großer Anteilnahme sei der Konteradmiral der ersten Deutschen Flotte in dem Familiengrab seiner Frau Caroline Groß beigesetzt worden. „Erst 30 Jahre später kam das Denkmal“, weiß der 80-Jährige zu berichten.

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Auch andere Gräber erzählen interessante Geschichten – und bieten vor allem Kunst, wie Eckhard Berger betont. „Häufig sind es Barock-Einflüsse, Jugendstilelemente sowie karolingische Kunst.“

Wie beispielsweise auf der Grabplatte der ersten Frau des Pastors Johannes Hoddersen, die von 1549 bis 1594 lebte. „Die geflügelten Drachenpferde verweisen auf diese Kunstrichtung, und die klare Schrift stammt noch aus dem Mittelalter“, erklärt der Künstler.

Ins Auge sticht vor allem der Grabkeller des Gardeleutnants und Hammelwarder Amtsvogts Hans Georg Röhmer, der in Diensten des dänischen Königshauses stand, sowie von seiner Frau Anna Sophie. „Oben auf dem Sandstein befindet sich ein liegender Torso des gekreuzigten Christus. An der Seite sieht man die Auferweckung des Lazarus“, erzählt Wiechmann. Auch hier habe man wieder mit Elementen aus dem Barock gearbeitet, ergänzt Eckhard Berger. „Das erkennt man vor allem an den floralen Mustern immer wieder.“

Doch es gibt auch noch einige Geheimnisse, die unter der Erde verborgen sind. „Zwei Grabplatten sind zugewuchert, da weiß ich auch nicht, was oder wer sich darunter verbergen könnte“, sagt Wiechmann. Doch das wolle er noch herausfinden.

Wichtig ist den beiden Männern, dass die Schönheit des Friedhofs erhalten bleibt. „Schade finde ich die Kiesgräber, und etwas mehr Blumen und Bänke könnte dieser Ort auch vertragen“, meint Eckhard Berger.

Als einen schaurigen Platz würden sie den Friedhof gewiss nicht bezeichnen. „Hier kann man wunderbar abschalten und Probleme vergessen“, sagt der Künstler. Und viel zu entdecken gebe es schließlich auch, fügt Hans Wiechmann hinzu.

Ann-Christin Scharf Volontärin / NWZ-Redaktion
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