ATENS ATENS - Ein guter Geschäftsmann lässt sich nicht in die Karten schauen. Und ein pfiffiger Seemann schon lange nicht. Erst recht, wenn er tief im Dschungel Venezuelas als Koch in einem Camp arbeitete, allen Gefahren trotzte und später in Caracas ein Bayernlokal eröffnete, dort selbst als Schuhplattler eine gute Figur machte. Jeden Abend herrschte dort Rämmi-Dämmi.

Mit allen Wassern gewaschen taucht dann auch Willi Klövkorn, gespielt von Dierk Smit, nach 20 Jahren in seiner Heimat auf: mit einem stattlichen Vermögen und voller Hoffnung, das Herz seiner Jugendliebe Helga Plambeck (Regina Kowalczyk) zu gewinnen. In dem plattdeutschen Dreiakter „Een Stück vun’t Glück“ der Theatergruppe Phiesewarden zeigen die beiden ein vorzügliches Spiel, das die rund 90 Zuschauer im nicht ganz ausverkauften Saal des Restaurants „Bei Sakis“ bei der Premiere begeistert. Gleich zum Auftakt der fabelhaft inszenierten Komödie reiht sich eine Pointe an die andere. Die Zuschauer haben sichtlich Freude an dem tollen Treiben der gut aufgelegten Akteure und spenden immer wieder Szenenapplaus.

Der wortgewandte Seemann legt sich tüchtig ins Zeug, um den Tante-Emma-Laden seiner Angebeteten wieder auf Kurs zu bringen. Anfangs ist Helga Plambeck nicht beglückt. Er solle sich lieber eine Farm in Alaska kaufen und Ananas züchten, weist sie den Vorschlag brüsk ab. Doch dann lenkt sie ein. So hilft er im Laden aus und stellt entsetzt fest, dass Helga mit Hilfe eines Ehevermittlungsinstituts versucht, einen reichen Herrn kennen zu lernen. Das hintertreibt der gewitzte Weltenbummler auf subtile Weise mit Hilfe von Tante Erna (Ulla Schneider).

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Wenn man nicht wüsste, dass die Phiesewarder das Stück spielen, so könnte der Zuschauer glatt zu der Überzeugung gelangen, es stünden Akteure des renommierten Ohnsorgtheaters auf der Bühne. Es ist klasse und aller Ehren wert, wie speziell Ulla Schneider bei ihren bravourösen Auftritten das Publikum fesselt. Sie gibt der älteren Dame mit dem messerscharfen Verstand Kontur, schlüpft in diese Rolle, die sie mit vielen Facetten ausfüllt. Mal ist sie das nimmersatte Tantchen, das hemmungslos Kuchenstücke verschlingt und den Rest in einer Plastikbox mit nach Hause nimmt. Dann wieder ist sie die listige, verschmitzte Beinahe-Mutter von Willi Klövkorn, die dem Seemann zu einem Stück vom Glück verhilft.

Es ist zum einen das mit Konservendosen, Waschmittelpaketen und anderen Waren eines Lebensmittelgeschäftes bis ins Detail bestückte Bühnenbild, das den großartigen Erfolg des Dreiakters ausmacht. Zum anderen legen die sieben Mimen eine Spielfreude an den Tag, die ihresgleichen sucht. Wacker schlagen sich dabei auch Stefanie Wieking als Frau Lemke sowie Matthias Ruseler als Herr Jensen, die erstmals mitwirken, Ute Bliefernich (Frau Strohschein) sowie Reinald Wulf, der in die Rolle von Herrn Schickedanz schlüpft – er hat den Part erst vor zwei Wochen für den erkrankten Georg Wilhelm Biermann übernommen. Sie alle tragen zum Gelingen bei.

Es sind die trefflichen Dialoge, die wie das sprichwörtliche Salz in der Suppe das famose Spiel stimmungsvoll würzen. Dass es sich mit einem Stück Mettwurst im Mund leichter schweigen lässt, wie Willi Klövkorn der Tante Erna versichert, ist eine Erkenntnis des Abends. Wenn Herr Schickedanz schwer beschwipst der grantelnden Helga Plambeck einen Heiratsantrag stammelt, erleben die Zuschauer einen weiteren Höhepunkt der kurzweiligen Aufführung, die in allen Belangen überzeugt.

heute findet eine Aufführung mit Kaffeetafel statt

Bei dem Stück der Theatergruppe Phiesewarden wirken Regina Kowalczyk als Helga Plambeck, Dierk Smit (Willi Klövkorn), Ulla Schneider (Tante Erna), Ute Bliefernich (Frau Strohschein), Stefanie Wieking (Frau Lemke), Matthias Ruseler (Herr Jensen), Reinald Wulf (Herr Schickedanz) sowie Elfriede Horn als Souffleuse mit. Das Lustspiel stammt aus der Feder von Konrad Hansen.

Aufführungstermine sind noch heute und am Sonntag, 18. März, ab jeweils 15.30 Uhr (Kaffeetafel ab 14.30 Uhr) sowie am Dienstag, 20. März, ab 20 Uhr. Karten gibt es im Restaurant „Bei Sakis” und in der „Imbiss-Schmiede” sowie im Sonnenstudio „African Sun“.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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