Abbehausen Stricken entspannt, es ist kreativ und zugleich produktiv. Zumindest dann, wenn man den Umgang mit den Nadeln beherrscht. Und dies zu erlernen, ist gar nicht so schwer. Das zeigte am Freitag Lena Flohe aus dem Raum Dresden, die mit ihrer Oma zu dem mittlerweile zehnten Stricktreff nach Abbehausen gekommen war.

Bereits nach fünf Minuten hatte die Elfjährige und damit jüngste Teilnehmerin der Veranstaltung ihre ersten Reihen gestrickt. Zugegeben: Ab und an musste Gabriele Walter ihrer Enkelin behilflich sein, wenn denn doch die eine oder andere Rechtsmasche heruntergefallen war. Aber das Ergebnis konnte sich durchaus sehen lassen.

Aus der ganzen Republik

Mehr als 160 Strickbegeisterte aus allen Bundesländern waren zu dem ersten runden Geburtstag des Stricktreffens im Hotel Butjadinger Tor angereist – darunter viele neue Teilnehmer, die sich ganz begeistert von der Strickaktion in der großen Runde zeigten. Einige hatten Anfahrten vom Tegern- oder Bodensee, aus Freising und Würzburg in Kauf genommen. Stricken erfreut sich seit mehreren Jahren wieder großer Beliebtheit und liegt voll im Trend. Auch immer mehr Männer begeistern sich für dieses Hobby.

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In Abbehausen wurde am Wochenende aber ebenso wieder gehäkelt und Wolle gesponnen. Da saß Angelika Schmidt, die das Spinnen noch in der Schule gelernt hat und diese Technik gerne der nächsten Generation vermitteln möchte. Sie ist zugleich Naturfärberin und verarbeitet ihre Wolle seit ihrer Jugend bis zum fertigen Endprodukt. Beim bundesweiten Stricktreffen, das vor zehn Jahren von Hella Bessel ins Leben gerufen wurde, stößt die Würzburgerin auf Gleichgesinnte. Alle schätzen es, während des Handarbeitens in entspannter Runde zu klönen und dabei Erfahrungen und Strickanleitungen auszutauschen.

Einige Strickfans bleiben vom so genannten Anstricken am Donnerstagabend bis zum Ende der gut dreitägigen Veranstaltung am Sonntagnachmittag. Andere kommen wiederum nur für wenige Stunden. Viele haben sich auch dieses Mal an den sozialen Aktionen beteiligt und fleißig Söckchen für die Adventskalender gestrickt, die im Winter auf der Krebsstation der Kinderklinik Tübingen – selbstverständlich gefüllt – verteilt werden sollen. „Wir haben uns insgesamt 160 Kalender zum Ziel gesetzt“, erklärte Meike Seemann aus Bremen-Vegesack am Freitag, die früher Söckchen für ihre eigenen drei Kinder gestrickt hat. Andere Teilnehmerinnen spendeten am Wochenende ihre fertigen Produkte für den Hilfskonvoi, der im Winter wieder in Richtung Ukraine durchstarten wird.

Wie bei einer Messe

Der hohen Teilnehmerzahl wegen fand das zehnte Stricktreffen nicht mehr im Hochzeitssaal, sondern erstmalig in den großzügigeren Räumen des Brauhaustraktes statt. Hier wirkte es schon fast wie bei einer Messe, zumal neben den vielen Strickenden – einige nutzten auch das schöne Wetter, um draußen zu handarbeiten – rund 20 Aussteller vertreten waren.

Sie alle hatten Wolle, fertig Gestricktes und jede Menge nützliches Zubehör mit im Gepäck. Neu waren in diesem Jahr die vielen bunten Stoffe für die Nähbegeisterten.

„Wir werden immer größer“, freute sich natürlich auch Hella Bessel als Organisatorin. „Dank Facebook, Instagram und YouTube klappt das mit der Vernetzung und Verbreitung immer besser.“ In einigen Städten hat sie sogar schon Nachahmerinnen gefunden. „Ich wurde schon mehrmals gefragt, ob man so etwas nicht auch anderswo anbieten kann“, berichtet sie. „Selbstverständlich geht das. Ich habe doch kein Copyright darauf.“

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