Abbehausen „Ich schätze einen selbstbewussten Gemeindekirchenrat, denn dieses Gremium ist fast wichtiger als der Pfarrer.“ Das sagt Matthias Kaffka und fügt hinzu: „Pfarrer kommen und gehen, die Gemeinde bleibt.“ Der 37-Jährige ist seit November 2014 Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Abbehausen. Vor seinem Amtsantritt gab es eine Zeit der Vakanz, in der der Kirchenrat ganz ohne Pfarrer das Gemeindeschiff auf Kurs halten musste. Und das ist den ehrenamtlich tätigen Christen in Abbehausen nach Einschätzung von Matthias Kaffka ganz gut gelungen. Denn er habe eine selbstbewusste und selbstständig arbeitende Gemeinde vorgefunden.

Lebendige Gemeinde

Das macht für den Geistlichen auch heute diese Gemeinde aus: Sie ist sehr lebendig, stellt Aktivitäten für alle Altersgruppen auf die Beine – und das gleich mit jeweils zwei Angeboten pro Altersstufe (von der Krabbelgruppe bis zur Seniorenrunde).

Für den Abbehauser Pfarrer ist aber auch unabhängig von diesem positiven Beispiel seiner Gemeinde ein Gemeindekirchenrat in der evangelischen Kirche ganz wichtig. Denn es ist ein besonderes Kennzeichen der evangelischen Kirche, dass die Leitung einer Gemeinde gemeinsam von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen wahrgenommen wird. Matthias Kaffka beschreibt das so: „Evangelische Gemeinden werden von ihrer Basis gestaltet.“

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Am 11. März werden in mehr als 2000 evangelischen Gemeinden Niedersachsens die Leitungsgremien für sechs Jahre neu gewählt.

Vor sechs Jahren hatte die Abbehauser Gemeinde 1850 Mitglieder. Heute sind es 1750. Für eine Gemeinde dieser Größe würde die Wahl von nur vier Kirchenratsmitgliedern ausreichen. Doch weil in Abbehausen so viele engagierte Ehrenamtliche tätig sind, hat der noch amtierende Rat entschieden, dass wieder zehn sogenannte Kirchenälteste zu wählen sind.

Acht der zehn Gewählten aus dem amtierenden Rat bewerben sich um eine Wiederwahl am 11. März. Sechs weitere Bewerber sind gefunden worden. Ein siebter hat sich noch nicht endgültig entschieden. Noch bis diesen Montag, 22. Januar, können weitere Bewerber hinzu kommen. Dann läuft die Frist ab.

Die bisherigen Bewerber sind durch persönliche Ansprache des Pfarrers und anderer Gemeindemitglieder gefunden worden. Pfarrer Matthias Kaffka weiß: „Mit Überredungskunst kommt man nicht weit. Entweder sagen die Angesprochenen bereitwillig Ja, bitten noch um etwas Bedenkzeit oder aber sie lehnen gleich ab.“

Gemeindekirchenräte sind unter anderem zuständig für Gebäude, Ländereien, Friedhöfe, Kindertagesstätten, Personal und Finanzen einer Kirchengemeinde. „Für uns in Abbehausen zählt nicht nur Betriebswirtschaftliches, sondern auch das, was unseren Gemeindemitgliedern helfen und unserem christlichen Glauben stärker entsprechen kann“, sagt Torsten Lange. Der 37 Jahre alte Lehrer gehört dem Abbehauser Gremium seit zwölf Jahren an. Er ist Öffentlichkeitsbeauftragter und war von 2010 bis 2015 Vorsitzender des Rates.

Pfarrer Matthias Kaffka ist seit 2015 Vorsitzender und bestätigt: „Unserem Gemeindekirchenrat sind auch Glaubensfragen wichtig. So ist auf Wunsch dieses Rates ein Bibelkreis entstanden.“ Torsten Lange weist ergänzend auf die Liturgie (Ablauf der Gottesdienste) hin, die vom Kirchenrat erstellt worden ist.

Der Pfarrer und der Öffentlichkeitsbeauftragte hoffen, dass sich viele Gemeindemitglieder an der Kirchenratswahl am 11. März beteiligen. „Es ist ein Privileg, zu entscheiden, von wem die Gemeinde geleitet wird“, sagt dazu Matthias Kaffka. „Wähler können auch Akzente setzen, indem sie Bewerber wählen, die für sie das verkörpern, was ihnen im Gemeindeleben wichtig ist“, kommentiert Torsten Lange.

„Ein wichtiges Zeichen“

Erstmals dürfen in der oldenburgischen Landeskirche – also auch in Abbehausen – Mitglieder einer Kirchengemeinde schon ab dem Alter von 14 Jahren wählen. Pfarrer Matthias Kaffka findet das richtig: „Wenn wir sagen, dass als erwachsener Christ gilt, wer konfirmiert ist, dann ist die Herabsetzung des Wahlalters auf 14 Jahre nur eine logische Folge.“ Er fügt hinzu: „Damit wird ein wichtiges Zeichen gesetzt.“

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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